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Gritschenbräu braut nicht mehr

Schrobenhausen – Schrobenhausen (jsp) „Wir haben nicht den Namen oder die Brauerei verkauft“, sagt Annemarie Höcht. Aber eine Partnerschaft mit der Ingolstädter Herrnbräu ist die Gritschenbrauerei eingegangen. In Schrobenhausen wird damit nach mehr als 400 Jahren die Bierproduktion eingestellt.

Mehrere Monate der Verhandlungen liegen hinter Gerhard Bonschab, Geschäftsführer der Ingolstädter Brauerei Herrnbräu, und der Schrobenhausener CSU-Bezirksrätin und Mitgesellschafterin der Gritschenbräu, Annemarie Höcht. „Wir haben lange überlegt und darüber nachgedacht“, sagt Höcht weiter. Aber nun passe alles zusammen, so Höcht mit Blick auf Bonschab.

Eine „strategische Partnerschaft“ seien die beiden seit Jahrhunderten existierenden Brauereien miteinander eingegangen, sagt Bonschab. Dahinter verbirgt sich ein mehrstufiger Plan, der auf etliche Jahre angelegt ist. Dabei hat es Bonschab vor allem auf die historischen Rezepte der seit 1593 existierenden Schrobenhausener Gritschenbräu abgesehen. Daraus ließen sich einige Spezialitäten herstellen, denkt Bonschab laut über die Zukunft der Kooperation nach.

Die alten Rezepturen aus dem Hause Höcht will Bonschab seinem Ingolstädter Braumeisterteam übergeben. Die sollen schauen, wie daraus Bierspezialitäten für den heutigen Markt zu produzieren seien. Bonschab ist sich sicher, dass solche Produkte auf dem Biermarkt besonders gut ankämen. Die Kunden wollten keine Mixgetränke nach der Art Bier mit Lemonaroma mehr haben. Das habe auch der jüngste Herrnbräu-Coup - das Panther-Weißbier - bewiesen. Auf diesen Erfahrungen wolle die 1471 gegründete Herrnbräu auch mit der Marke Gritschenbräu aufbauen. Wie lange die neuen Spezialitäten Schrobenhausener Provenienz auf sich warten lassen müssen, will Bonschab nicht sagen. Das sei ein längerer Prozess. Probesude müssten angesetzt und von Fachleuten verkostet werden. Aber eines ist sicher. Gebraut werden die Spezialitäten auf jeden Fall in den Ingolstädter Produktionsstätten von Herrnbräu.

Das bestätigt auch Höcht. Der Brauereibetrieb am Gritscheneck sei eingestellt worden. Und das schon vor Monaten. Was derzeit noch aus der Schrobenhausener Produktion an den Mann gebracht werde, sei Ende August hergestellt worden. „Nur noch kurze Zeit“, so Höcht, werde es das heimische Bier aus eigener Produktion geben. Dem damaligen Entschluss der Eignerfamilie Höcht, die Produktion einzustellen, waren zahlreiche Gespräche mit den Aufsichtsbehörden vorausgegangen. Das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen bestätigte auf Anfrage die Vorlage des Schriftstückes. Damit hätten die Firmenverantwortlichen eine autonome Entscheidung über die Zukunft ihres Unternehmens getroffen.

Von Jürgen Spindler



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Veröffentlicht am 26.11.2009 16:58 Uhr




 

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