Todtenweis    

Todtenweis zögert

Todtenweis – „Also beim Preis haben wir schon geschluckt“, gab der Todtenweiser Bürgermeister Thomas Riß zu, als er vom Angebot der Firma Telnet für den DSL-Ausbau in Todtenweis berichtete. 400 000 Euro soll das schnelle Internet insgesamt kosten – selbst mit staatlichem Zuschuss blieben an der Gemeinde somit noch 300 000 hängen. „Da werden wir noch eimal nachverhandeln.“

Wie schon in Aindling und Petersdorf (wir berichteten) entwickelt sich nun auch in Todtenweis die Frage der Breitbandversorgung zu einer Hängepartie. Zwar hatte man im Vorfeld mit der Firma Telnet bereits ausführlich verhandelt und war nach diesen Gesprächen von Gesamtkosten von rund 250 000 Euro ausgegangen, doch nun plant das Unternehmen offenbar anders. „Seinerzeit hieß es, man könne uns aus Richtung Unterach anschließen. Da gibt es die Umspannstation der LEW und da ist auch Breitband drin“, so Riß. Davon jedoch gehe man bei Telnet mittlerweile nicht mehr aus – jetzt ist eine Kabelverleggung durch Langweid, den Lech und den Kanal geplant: 8,8 Kilometer statt der bisher geplanten drei – kein Wunder, dass die Kosten explodieren.

Drängen lassen will man sich in Todtenweis jetzt allerdings nicht mehr, zumal man erfahren hat, dass die Antragsfrist für staatliche Zuschüsse ins neue Jahr hinein verlängert wird. „Wir müssen uns schon fragen, ob ausgerechnet wir den Telnet-Zugang zum Landkreis allein bezahlen müssen“, so Riß. Folgerichtig bat sich der Gemeinderat noch einmal Bedenkzeit aus, beauftragte den Bürgermeister mit weiteren Gesprächen und will erst im Januar entscheiden.

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend wurden auch drei weitere Entscheidungen getroffen. Der Überblick:

• Der Bebauungsplan für das neue Gewerbegebiet in Sand wurde dahingehend geändert, dass jetzt die Bauherren ebenerdig auf ihre Grundstücke einfahren können. Diese Änderung war auf Intervention des Landratsamtes notwendig geworden, nachdem man das Niveau der Straße angehoben hatte.

• Die Stichstraße im neuen Sander Gewerbegebiet wird zukünftig den Namen „Am Lerchwald“ tragen und sich damit an der traditionellen Bezeichnung des Areals orientieren.

• Teilweise recht verärgert reagierten die Gemeinderäte auf die Weigerung des Landratsamtes, das Sander Ortsschild in den Zufahrtsbereich des Gewerbegebietes zu verlegen. Damit wäre Tempo 50 für die Autofahrer schon wesentlich früher verbindlich, doch dies hielten weder Landratsamt noch Polizei für notwendig, da der Streckenbereich gut einsehbar sei, und man Autofahrer nicht unnötig reglementieren wolle. Demgegenüber erinnerte Riß an eine Tempomessung, die ergeben habe, dass rund 70 Prozent aller Fahrer im Ortseingangsbereich mit mindestens 70 km/h oder schneller unterwegs gewesen seien.

„Einer hatte sogar 120 drauf – dort wird einfach schon immer zu schnell gefahren“, so der Bürgermeister. Da aber die Verlegung des Ortsschildes nicht durchsetzbar sei, werde man jetzt beantragen, das Tempo von der Einfahrt des Gewerbegebietes bis zum Ortsschild auf 70 Stundenkilometer zu begrenzen.

Von Pat Lauer



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Veröffentlicht am 16.12.2010 17:18 Uhr




 

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