Todtenweis    

Guter Nachbar

Todtenweis – Als guter Nachbar zeigt sich derzeit die Kabisbachgruppe. Der Abwasserzweckverband, der die Kläranlage in Sand betreibt und in dem Todtenweis, Aindling und Petersdorf engagiert sind, wird zukünftig auch dem nördlichen Nachbarn personell unter die Arme greifen: Das Personal der Sander Kläranlage übernimmt zusätzlich die Betreuung der Thierhauptener Einrichtung.

Eigentlich läuft diese gut-nachbarschaftliche Lösung bereits seit Februar. Seinerzeit war der Vertrag der Thierhauptener mit den Lech-Elektrizitätswerken (LEW) ausgelaufen und die Marktgemeinde benötigte kompetentes Personal für die eigene Kläranlage. Damals waren der Todtenweiser Klärwärter und sein Mitarbeiter bereits auf der Basis eines Stundenhonorars eingesprungen – jetzt wurde diese Regelung in ein festes Vertragswerk gegossen. Demnach leisten die Todtenweiser rund 45 Arbeitsstunden pro Monat beim Nachbarn, wobei die Stunde mit 30 Euro vergütet wird. Summa summarum kommen so 1350 Euro zusammen – zuzüglich einer monatlichen Pauschale von 350 Euro für Fahrtkosten, Laborkosten und andere Sachmittel. Die Kabisbach-Verbandsgruppe billigte diesen Kontrakt in der vergangenen Woche einstimmig.

Einstimmig abgelehnt wurde hingegen das Angebot einer norddeutschen Firma namens HeiEntec, die mittels einer neuen Methode die Klärschlammentsorgung billiger machen will. Demnach solle dem Todtenweiser Schlamm in einem sehr komplizierten Verfahren sukzessive Sauerstoff zugeführt werden, wodurch dieser dann komprimiert und kostengünstiger zu entsorgen sein soll. Aber: Das Verfahren ist bislang noch wenig erprobt, das Unternehmen gab offen zu, dass man keine Garantien geben könne, und die mögliche Einsparung von rund 10 000 Euro Entsorgungskosten pro Jahr werde wohl auch frühestens nach vier Jahren zu erzielen sein – wenn überhaupt. Angesichts dieser Aussichten bilanzierte Aindlings Bürgermeister Tomas Zinnecker: „Wenn wir eine Referenzanlage für Süddeutschland wären, dann wäre das etwas anderes. Aber zu den normalen Preisen des Unternehmens einfach mal anzufangen und dann schauen, was passiert, das kann’s ja wohl nicht sein.“

Genehmigt wurden notwendige Wartungsarbeiten an der Enteisungsanlage sowie an den Nitrat- und Phosphorsonden der Kläranlage: Rund 1350 Euro fallen für beide Positionen jährlich an. Schließlich gab Verbandsvorsitzender Thomas Riß bekannt, dass nach der Widmung der Straße zu den Sander Weihern die Kläranlage nun erstmals auch eine waschechte Postanschrift habe: Kläranlage Todtenweis, Seestraße 2, 86447 Todtenweis.



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Veröffentlicht am 18.10.2010 17:12 Uhr




 

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