Der Jahrzehnt-Weg“
Todtenweis – Schon im Jahr 2000 hatten erste Gespräche zwischen den Gemeinden stattgefunden, doch erst jetzt durften der Todtenweiser Bürgermeister Thomas Riß und sein Thierhauptener Amtskollege Franz Neher endlich Hand anlegen. Für den seit über einem Jahrzehnt herbeigesehnten Radweg zwischen dem Todtenweiser Ortsteil Sand und Thierhaupten wurde gestern der Spatenstich vollzogen.
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Lange waren es vor allem die Grundstücksverhandlungen gewesen, die das 5,4 Kilometer lange Projekt immer wieder verzögert hatten. Insgesamt 43 Eigentümer hatte Riß für das 2,9 Kilometer lange Teilstück auf Todtenweiser Flur zu überzeugen, „nur“ 15 Landwirte musste sein Thierhauptener Kollege „bearbeiten“.
Rund 680 000 Euro wird das Projekt schlussendlich kosten, wobei die staatlichen Zuschüsse immerhin 75 Prozent betragen. „Ohne diese wäre das Ganze nicht machbar gewesen“, betonte Riß, der zudem daran erinnerte, dass die Verbinddungsstraße von Sand nach Thierhaupten erst 2009 in den Rang einer Staatsstraße aufgewertet worden war und erst dadurch seien die hohen Zuschüsse möglich geworden. Angesichts der klammen Kommunalkassen hätte man sich ansonsten wohl noch ein weiteres Jahrzehnt gedulden müssen.
Für zusätzliche Komplikationen hatte im vergangenen Herbst der unerwartete Tod Carl-Heinz Rehms gesorgt, der bis dato die Planungen federführend betreut hatte. Seine Nachfolger, die Inhaber und Mitarbeiter des Ingenieurbüros Mayr, hatten sich erst in die Materie einarbeiten müssen und sahen sich zunächst prompt mit einem Paradigmenwechsel konfrontiert. Denn war zunächst eine Trassenführung an der Ostseite bevorzugt worden, so stellte sich nun heraus, dass an der Westseite leichter zu bauen sein würde. Also wurde neu geplant und nicht nur Riß war gestern die Erleichterung anzumerken, dass jetzt die Bauphase endlich beginnt. Im Herbst soll der Weg fertig sein.
Gebaggert wurde entlang der zu bauenden Trasse übrigens schon seit drei Wochen – allerdings äußerst behutsam. Bisher nämlich waren nur die vom Landesamt für Denkmalschutz beauftragten Archäologen damit beschäftigt, vorsichtig einzelne Erdschichten abzutragen. Hintergrund: Im Bereich von Sand hatte man in der Vergangenheit schon etliche Bodendenkmäler und vor allem Gräber geborgen und prompt wurden die Experten auch diesmal fündig. Zwischen Sand und Bach wurden zwar keine Hinweise mehr entdeckt, aber im Bereich von Bach stieß man prompt auf Hinweise und Reste von Pfahlbauten. Eine Reihe von Holzpfählen im Boden kurz vor der Landkreisgrenze deutet auf eine Ansiedelung hin, die nach Form und Beschaffenheit auf eine vorchristliche Kultur hinweist. Bereits im Thierhauptener Bereich wurde ein Pfahl entdeckt, der auf das Mittelalter oder die so genannte Hallstattzeit hindeutet: Er wurde freigelegt, geborgen und soll nun untersucht werden.
Mit weiteren Funden rechnet das Grabungsteam nicht mehr, waren doch die angrenzenden Böschungen im Zuge des Ausbaus der Straße schon vor 30 Jahren tief ausgegraben worden. Den beiden Gemeinden wird dies nicht unrecht sein, haben sie doch die Kosten für die archäologischen Anstrengungen von Gesetzes wegen zu tragen.
Von Sofia Brandmayr und Pat Lauer
Veröffentlicht am 06.07.2010 17:13 Uhr
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