Todtenweis    

Erste Klasse auf der Kippe

Todtenweis – In Todtenweis macht man sich Sorgen um den Erhalt der Grundschule. Grund dafür sind Aussagen von Schulamtsdirektor Alois Lechner, der den Gemeinderäten am Mittwochabend im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung offenbar wenig Hoffnung für das kommende Schuljahr machen konnte.

 

Da der Jahrgang 2004 in Todtenweis nur sechs Geburten brachte und man selbst mit dem bisher praktizierten Erstklässlerverbund mit Aindling und dessen südlichen Ortsteilen nur auf 28 Schüler kommt, wird es voraussichtlich im Schuljahr 2010/2011 keine erste Klasse mehr in Todtenweis geben. Nach den Vorgaben der Regierung von Schwaben sind nämlich unbedingt 30 Schüler erforderlich, um eine Teilung vornehmen zu können. Im Klartext: 15 Schüler sind die Mindestzahl für eine erste Klasse, 29 Kinder dürfen es allerhöchstens sein. Nach den vorliegenden Zahlen sind es jedoch nur 28 Kinder, die eingeschult werden, und da für eine solch große Klasse in Todtenweis keine passenden Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, müsste diese wohl in Aindling unterrichtet werden.

Ausnahmen von den Regierungsregeln, das machte Schulrat Manfred Zwerenz gegenüber der AICHACHER ZEITUNG deutlich, gibt es so gut wie nie. „Abweichungen von diesen Zahlen werden nur dann geduldet, wenn es zu sehr kurzfristigen Änderungen kommt.“ Soll heißen, wenn im August oder September noch eines oder mehrere Kinder aus dem entsprechenden Sprengel weg- oder zuziehen. „Da muss man dann möglicherweise umdisponieren, weil die Planungen schon aus Gründen der Fairness gegenüber den Schulen nicht mehr umgeworfen werden können.“

Die angesprochenen Planungen beginnen übrigens im Mai – ein Umstand, der Bürgermeister Thomas Riß Hoffnung macht. „Im vergangenen Jahr wurden drei Kinder zurückgestellt. Wenn diese jetzt bei uns eingeschult werden, dann hätten wir die notwendige Zahl doch noch erreicht.“

Bei seinem Besuch in Todtenweis wollte sich Schulamtsleiter Alois Lechner nicht endgültig festlegen. Wenn es jedoch nur eine erste Klasse gebe, dann werde diese ganz sicher in Aindling unterrichtet und wie es dann für die Todtenweiser Schule, die erst vor zwei Jahren grundlegend saniert worden ist, weitergeht, müsse man abwarten. Auch Kombi-Klassen könnten dann ein Thema werden – die Kombination von Erst- und Zweitklässlern in einem Klassenverbund sei prinzipiell natürlich überall möglich. Ob dies auch in Todtenweis klappt, bleibt allerdings abzuwarten, denn mit einem solchen Modell müssten ja auch die Eltern der Kinder aus Stotzard und Gaulzhofen, die seit Jahren auf die Todtenweiser Schule gehen, einverstanden sein. Immerhin liegt’s dann nicht mehr an den Zahlen, denn geburtentechnisch habe man in 2005 zugelegt, so Riß.

Von Pat Lauer


Veröffentlicht am 18.02.2010 16:27 Uhr


 

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