Todtenweis    

Kanal schützt nicht vor Katastrophen

Todtenweis - Der Schock vom Mai 2015 sitzt in Todtenweis immer noch tief: Als alles nach Affing blickte, entsetzt ob der Schäden, die der Tornado angerichtet hatte, schüttete es in Todtenweis wie aus Eimern - soviel, dass selbst der Wetterdienst die Wassermenge nicht beziffern konnte: nicht mehr messbar, so die Aussage der Wetterexperten laut Bürgermeister Konrad Carl. Die Wassermassen liefen in den Ort, vier Keller waren laut Carl Totalschäden. Seither bemüht sich die Gemeinde, sich für Starkregenereignisse besser zu rüsten. Probleme gibt es vor allem im Bereich der Römerschanze. Dazu wurde am Mittwoch im Gemeinderat ein mögliches Konzept vorgestellt.


Matthias Bauer vom Ingenieurbüro Mayr hat die Kanalsituation in Todtenweis genau untersucht und verschiedene Modelle simuliert. Das Ergebnis: Das System ist für ein sogenanntes dreijähriges Regenereignis ausreichend. Auch bei einem "Fünfjährigen" ist der Kanal in der Lage, das Wasser aufzunehmen. Zwar wurde an manchen Stellen ein hoher Wasserspiegel errechnet, dennoch ist der Kanal laut Bauer "nach dem Regelwerk hydraulisch ausreichend". Rein rechtlich habe die Kommune also genügend getan, fasste Bürgermeister Carl zusammen.
Dass es zwischenzeitlich, seit an der Römerschanze Häuser stehen, immer wieder zu Rückstauungen bis in die Keller im Altbestand komme, monierte Michael Ostermair: "Vom Wasserwirtschaftsamt hieß es damals, dass der Kanal zu klein ist, wenn die Römerschanze gebaut wird." Bauer wies darauf hin, dass sich nach den Vorgaben auch die Hausbesitzer selbst gegen Rückstau sichern müssten. "Das ist ganz wichtig", so der Experte.
Dass mittlerweile mehr Wasser im Kanal lande als vor 20 Jahren, bestritt er nicht. Die Gründe dafür seien vielfältig: mehr Bebauung, mehr versiegelte Flächen, andere landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Dass es sich lohnt, gerade an dieser Stellschraube zu drehen, machte Carl in der Sitzung deutlich: Während die Fläche oberhalb der Römerschanze 2015 als Acker genutzt wurde, der durch den Platzregen in den Ort gespült wurde, ist dort nun Grünland.

Von Verena Heißerer


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Veröffentlicht am 05.07.2018 23:00 Uhr




 

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