Sielenbach    

Windkraft nur von Bürgern

Sielenbach – Der Sielenbacher Gemeinderat bleibt bei seiner Haltung, Windkraftanlagen in der Gemeinde nicht grundsätzlich abzulehnen, will sie aber nur in Form von Bürgeranlagen realisiert sehen. „Wenn, dann machen wir das miteinander. Fremde Investoren wollen wir hier nicht“, sagte Bürgermeister Martin Echter in Hinblick auf die zum Teil heftigen Windkraft-Diskussionen in andernorts.

Zu den im Regionalplan ausgewiesenen Flächen, in denen eine Windkraftanlage grundsätzlich möglich ist, nahm der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Mittwochabend keine Stellung. Man will von Fall zu Fall entscheiden, zudem kommen auf Sielenbacher Flur sowieso nur relativ wenige Flächen in Frage.

Auch bei einem anderen umstrittenen Thema verfolgt Sielenbach seit Langem eine klare Linie: Mobilfunkanlagen sollen auf den Telekom-Turm an der Straße nach Wollomoos. Das gilt natürlich auch für die Telekom selbst, die die Breitband-Versorgung verbessern möchte. Mit der sind im Übrigen die Bürger offensichtlich nach wie vor zufrieden, Klagen sind weder beim Bürgermeister noch bei einzelnen Gemeinderäten eingelaufen. Nachdem die staatlichen Förderprogramme für den DSL-Ausbau aber im Herbst auslaufen, will man auf Nummer sicher gehen. Echter wird deshalb noch mal mit der Telekom Kontakt aufnehmen und die Leistung in den einzelnen Straßen abfragen. Dann will man entscheiden, ob man eventuell doch an den Ausbau geht und entsprechende Fördergelder abruft.

Nach wie vor im Zeitplan ist man beim Bau des neuen Sielenbacher Rathauses. Am Mittwoch wurden die Trockenbau-, Schlosser- und Malerarbeiten vergeben. Derweil plant man schon den nächsten Bauabschnitt, die Bauhofhalle. Hier beschloss der Gemeinderat die Ausschreibung der statischen Berechnungen sowie der Baumeister-, Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten.

Das Rathaus wird mit etwa 400 000 Euro auch die größte Investition sein, die Sielenbach im Jahr 2011 tätigt. Weitere größere Punkte in dem insgesamt gut eine Million Euro umfassenden Paket sind die Erweiterung des Gewerbegebietes und die Erweiterung des Baugebietes „Südlich der Schule“, dazu kommen viele kleinere Investitionen, unter anderem im Straßen-, Geh- und Radwegebau. Dazu gehört auch der Geh- und Radweg nach Wollomoos, für den 75 000 Euro eingeplant sind.

Nachdem es der Gemeinde Sielenbach finanziell relativ gut geht und die Unternehmen der Kommune in den vergangenen Jahren gute Gewerbesteuereinnahmen brachten, will die Gemeinde nun das Vertrauen zurückgeben und sich als verlässlicher Partner erweisen. Nach kürzerer Diskussion wurden jeweils mit klaren Mehrheiten die Gewerbesteuer um 30 Punkte auf 330 und die Grundsteuer B um 20 Punkte auf 370 gesenkt, im Gegenzug wird in Zukunft die Konzessionsabgabe einbehalten – Sielenbach war bis dato die einzige Landkreisgemeinde, die das nicht gemacht hat.

Von Dr. Berndt Herrmann



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Veröffentlicht am 11.03.2011 17:04 Uhr




 

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