Sielenbach    

Komische Kirche, kirchliche Komik

Sielenbach – Es ist die größte Veranstaltung dieser Art im Großraum München, das Vierzigstündige Gebet in Maria Birnbaum. Mit den Kapuzinern kam es nach Sielenbach und wurde 1868 erstmals gehalten.

Sielenbach – Es ist die größte Veranstaltung dieser Art im Großraum München, das Vierzigstündige Gebet in Maria Birnbaum. Mit den Kapuzinern kam es nach Sielenbach und wurde 1868 erstmals gehalten. Als die Kapuziner 1984 fortgingen, behielt man die Tradition bei. So begeht die Wallfahrt vom Sonntag, 6. März, bis Dienstag, 8. März, zum 144. Mal das „Stundengebetes“, wie es von der Bevölkerung auch genannt wird.

Wenn anderorts der Fasching mit Lärm und großen Mengen Alkohol seinen Höhepunkt findet, steht hier die Begegnung mit Gott im Mittelpunkt. „Und diese setzt innere wie äußere Ruhe voraus“, erläutert Wallfahrtsseelsorger Pater Jörg Weinbach. Deshalb bilde auch die Stille Anbetung des Allerheiligsten den Kern des Stundengebetes, so zum Beispiel am Sonntag um 12 Uhr in der Betstunden mit meditativen Elementen, die heuer erstmals gehalten wird. „Daneben steht die Begegnung mit Gott in der heiligen Messe und in seiner vergebenden Liebe in der Beichte, dem Sakrament der Versöhnung.“

Als Festprediger wurde in diesem Jahr Dr. Christoph Hentschel gewonnen, der als Kaplan an St. Johann Baptist in Ismaning tätig ist. Unter dem Titel „Komische Kirche – kirchliche Komik / Verrücktes und Seltsames aus dem Leben der Kirche“ wird er einige wichtige Fragen des Glaubens und des kirchlichen Lebens betrachten. So beschäftigt er sich mit dem Gehorsam, der Demut, der christlichen Armut, dem Zölibat, dem Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens sowie der Frage von Himmel und Hölle.

Der Tagesablauf ist wie in jedem Jahr an allen drei Tagen gleich: Um 6.30 und 7.30 Uhr wird jeweils eine heilige Messe, um 9 Uhr der Hauptgottesdienst mit Predigt gefeiert. Im Anschluss daran wird das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt. Um 14 Uhr folgt der Rosenkranz und um etwa 14.30 Uhr die Abschlussandacht mit Predigt. Nach allen Messen sowie jeweils vor dem Rosenkranz besteht die Gelegenheit zur Beichte.

Nach der feierlichen Abschlussandacht am Dienstag, die nach dem Ende der Kirchen-Sanierung Mitte letzten Jahres erstmals wieder mit der Prozession des Blauen Bundes gehalten wird, lädt der Deutschordens-Konvent alle Teilnehmer zu Kaffee und Krapfen in den Innenhof des Klosters ein.



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Veröffentlicht am 03.03.2011 17:55 Uhr




 

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