Sielenbach    

Das Gegenmodell

Sielenbach – Die Premiere war ein Erfolg, einer Wiederholung im nächsten Jahr steht also nichts im Wege. Beim ersten Neujahrsempfang in Sielenbach war das Pfarrheim gut besucht, Vereinsvorsitzende und Gemeinderäte mit ihren Gattinnen, Pater Jörg Weinbach, die Kirchenpfleger, Feuerwehrkommandanten und viele der jungen Bürger, die im vergangenen Jahr 18 Jahre alt geworden sind, waren der Einladung von Bürgermeister Martin Echter gefolgt.

<p>Das Gegenmodell </p>

Im Mittelpunkt des Empfangs stand die Würdigung der ehrenamtlich tätigen Gemeindebürger, drei von ihnen wurden mit der silbernen Bürgerverdienstmedaille ausgezeichnet (siehe Kasten). Die jungen Gemeindemitglieder forderte der Bürgermeister auf, sich ebenfalls ehrenamtlich zu engagieren. „Ich weiß ja von vielen, die bereits in der Feuerwehr, beim Burschenverein, Schützenverein, in einer Musikgruppe, der Blaskapelle oder im kirchlichen Bereich engagiert sind. Wer sich in jugendlichen Jahren bereits so in den Vereinen einbringt, wird zu einem Ehrenämtler der Zukunft“, sagte Echter.

Das große ehrenamtliche Engagement ist für Echter aber auch Hinweis für den generell guten Zusammenhalt und das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl in Sielenbach und Tödtenried. „Die größte Gefahr für eine Demokratie ist der satte, distanzierte Wohlstandsbürger“, zitierte er den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss. „Diese Gefahr besteht in unserer Gemeinde absolut nicht“, urteilte Echter, in der Gemeinde erlebe man vielmehr das Gegenmodell zur Ich-Gesellschaft.

Weil man zusammenhalte, habe man in den vergangenen Jahren auch viel für die Gemeinde erreicht, so Echter, der in einem kurzen Rückblick auf die geschulterten Großprojekte hinwies – von Baugebieten über Flurbereinigung und Dorferneuerung („Ein Kraftakt für zwei Generationen“) bis hin zum massiven Schuldenabbau. Dass man mittlerweile eine Vorzeigegemeinde im Bereich der erneuerbaren Energie ist, die drei bis vier Mal soviel saubere Energie erzeugt, wie sie selbst verbraucht, gehöre ebenfalls zur Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre. Echter vergaß auch nicht den Pionier zu nennen, der den Boom nicht nur in Sielenbach mit eingeläutet hat.

„Ich glaube zu wissen, warum wir soweit vorne sind. Sepp Bichler war einer der ersten im Landkreis und in der Gemeinde, der eine Fotovoltaik-anlage installiert hat, und das war der Start für andere Anlagen.“

Bevor der von den Sielenbacher Notentratzern musikalisch umrahmte Abend bei einer Brotzeit und Gesprächen ausklang, ergriff Josef Kirmair das Wort, um im Namen der Bürger das Lob an Bürgermeister und Gemeinderat zurückzugeben: „Uns geht es als Bürger sehr gut in Sielenbach, und dass es hier so lebenswert ist, ist auch das Verdienst des Bürgermeisters und des Gemeinderats.“

Von Dr. Berndt Hermann



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Veröffentlicht am 14.01.2011 17:33 Uhr




 

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