Sielenbach    

Investition aus nachhaltiger Quelle

Tödtenried - Die finanzielle Lage ist gut, und alles deutet darauf hin, dass die Gewerbesteuereinnahmen - nicht zuletzt Dank der Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien - weiter sprudeln. Mit der Besprechung der für 2019 geplanten Investitionen in Höhe von mehr als 2,3 Millionen Euro tat sich der Sielenbacher Gemeinderat am Mittwoch deshalb leicht - was nicht heißt, dass man das Geld ohne Sinn zum Fenster rauswirft.


Einmal im Jahr findet die Gemeinderatssitzung nicht im Sitzungssaal in Sielenbach, sondern im Feuerwehrhaus in Tödtenried statt. Vor ausgesprochen vielen Zuhörern bearbeiteten die Gemeinderäte dort eine ganze Reihe von Tagesordnungspunkten, alle ohne große Diskussionen.
Der größte Posten im Investitionsplan für das kommenden Jahr ist der soziale Wohnungsbau. Wie mehrfach berichtet, errichtet die Gemeinde ein Acht-Familien-Wohnhaus. Die Kosten schätzt Bürgermeister Martin Echter auf 1,5 Millionen Euro. Vom Staat gibt es einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent. Später werde man, so schätzt der Bürgermeister, zwischen 40 000 und 50 000 Euro Miete im Jahr einnehmen. Wenn das Gebäude fertig ist, wird die Gemeinde 24 eigene Sozialwohnungen haben. Die seien wichtig, betonte Echter: "Auch wir haben sozial Schwächere. Es wird nicht jeder reich geboren, und nicht jeder kann sich ein Haus leisten."
Aufgenommen in den Plan wurde auch die Sanierung der drei Fußgänger- und Radfahrerbrücken über die Ecknach. Eine sollte als Test bereits in diesem Jahr erneuert werden, allerdings kam die beauftragte Firma bisher nicht dazu. Nun soll das gleich im Frühjahr geschehen, die anderen beiden sollen noch folgen.
Zu den größeren Investitionen zählen die Resterschließung beim Breitband-Ausbau (250 000 Euro) und auch der Baukostenzuschuss, den die Gemeinden den Bürgern für den Glasfaseranschluss zahlt (75 000 Euro). Die Erschließung der Erweiterung des Baugebiets Am Samweg und beim Baugebiet Reutgasse sind mit 220 000 beziehungsweise 170 000 Euro vorgesehen, 22 000 Euro für neue Spielgeräte in Kindergarten und Schule sowie 50 000 Euro für den Anschluss aller Gemeindegebäude an die Fernwärmenetze in Sielenbach.
Der Gemeinderat beschloss am Mittwoch auch grundsätzlich, das Kinderhaus sowie ein Vier-Familien-Haus der Gemeinde an das Wärmenetz Sielenbach II (Josef Held) anzuschließen. Die Vertragsdetails will man sich allerdings noch genau anschauen beziehungsweise klären.
Eine Voraussetzung für weiter gute Einnahmen bei der Gewerbesteuer brachten die Gemeinderäte in nichtöffentlicher Sitzung auf den Weg: Sie vergaben die fünf Grundstücke der Erweiterung des Gewerbegebietes. Es hatte mehr Bewerber als Grundstücke gegeben.
Apropos erneuerbare Energien: Zur Änderung des Flächennutzungsplanes von Aichach, mit der bekanntlich die Windkraftkonzentrationsflächen aufgehoben werden, nahm Sielenbach keine Stellung - formal. Echter drückte aber sein Unverständnis aus und sprach dabei offenbar auch für andere Gemeinderäte: "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir mehr Windräder brauchen. Ein Mix aus verschiedenen erneuerbaren Energien ist der richtige Weg. Wenn es jeder so machen würde wie wir in Sielenbach, wäre die Energiewende leichter zu schaffen." Die Ecknachtal-Gemeinde produziert bekanntlich das Neunfache ihres eigenen Energiebedarfs nachhaltig, Tendenz stark steigend. "Wenn es jeder so machen würde wie Sielenbach, wäre die Energiewende leichter zu schaffen"

Von Dr. Berndt Herrmann


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Veröffentlicht am 15.11.2018 23:00 Uhr




 

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