Sielenbach    

Men in Dreck

Raderstetten - Gestern veranstaltete der Motorclub (MC) Sielenbach sein traditionelles Autocross. Zum inzwischen 39. Mal bretterten von 12 bis 16.30 Uhr 40 Fahrer mit etwas über 100 Autos über die eigens für den Rennsportsonntag angerichtete Strecke. Der Schauplatz war ein Acker zwischen Unterhaslach und Raderstetten, die Strecke selbst in etwa 500 Meter lang.

rallye-gesamt

Mitfahren dürfen beim Autocross, landläufig Kirchweihrallye genannt, nur Sielenbacher. Das schreibt die Satzung des ausrichtenden Vereins fest. Mitglied im Motorclub darf nämlich nur der werden, der in der Gemeinde geboren wurde - oder durch Heirat seit langem dort wohnt.
Die über 2000 Besucher des gestrigen Sielenbacher Autocross schien das nicht zu stören. In der Region ist eine derartige Veranstaltung einzigartig. So zieht die Rallye bisweilen Besucher aus Augsburg, München und Stuttgart an. Doch auch Autoverrückte aus dem Nachbarlandkreis Dachau sind stark vertreten.
Zu ihnen gehört zum Beispiel die Familie Baumann aus Niederroth bei Markt Indersdorf. Auf einem selbst gebauten Aussichtsturm überblickten sie das gestrige Geschehen im Motodrom.
Die teilnehmenden Fahrzeuge sind schrottreife Karossen. "Die werden heute noch einmal einem guten Zweck zugeführt", scherzt Rennleiter Stefan Speckner. Von der Start- und Ziellinie aus überblickt er den Rundkurs, bewaffnet mit einer schwarz-weißen Renn-Fahne. Speckner bedankte sich gestern bei allen 122 Mitgliedern des Vereins. "Spender, Gönner, alle helfen hier zusammen, damit alles reibungslos abläuft."
Speckner selbst ist eine Art "Mädchen für alles". Die Strecke muss sicher sein, ist sie zu trocken, wirbeln die Autos zu viel Staub auf. Dann muss sie - auf seine Anweisung hin - mit Wasser bespritzt werden. Das ist ein rutschiges Abenteuer, doch für die freie Sicht der Zuschauer und Autofahrer unerlässlich.
Die über 100 Fahrzeuge wurden in sieben Klassen eingeteilt, gestaffelt nach der jeweiligen Motorleistung, ergänzt durch die "Heckler-Klasse" (Autos mit Heckantrieb), Showcars und Dreiräder. Jede Klasse bestritt vier Rennen in zwei Gruppen. Die in der Mitte auseinandergeschnittenen Dreiräder allerdings hielten den Anforderungen der Strecke nicht lange genug stand. So fuhren sie schlichtweg bei den Showcars mit. Schaulustige aus ganz Süddeutschland reisen nach Sielenbach

Von Bastian Brummer


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Veröffentlicht am 19.08.2018 23:00 Uhr




 

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