Sielenbach    

Wer wacht über das Schlafen?

Sielenbach - Ab dem Jahr 2017/2018 wird die Kinderkrippe in Sielenbach nur noch Kinder aufnehmen, die mindestens ein Jahr alt sind. Hintergrund ist eine neue Regelung zur Schlafüberwachung jüngerer Kinder.


Die Regelung war Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung am Mittwoch, Anlass eine Information des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Hintergrund der neuen Überwachungsregelung sei wohl ein Kindstod in einer Krippe bei einem Kind unter einem Jahr, wie Carolin Zehentbauer, die Leiterin der Kinderkrippe in Sielenbach, berichtete.
Demnach sei eine Überwachung von schlafenden Kindern unter zwölf Monaten mit einem Babyfon und/oder Videokamera nicht mehr ausreichend. Bis zu einem Jahr sei es zwingend vorgeschrieben, dass Personal der Kinderkrippe, eine sogenannte Schlafwache, ununterbrochen in dem Raum, in dem die Kinder schlafen, anwesend ist.
Nachdem die kleinen Kinder meist noch am Vormittag etwa 45 Minuten schlafen und in der Regel mittags zwei Stunden, wäre eine Person ein Drittel des Tages als Schlafwache abzustellen. Zwar lässt die Behörde "andere vorbereitende Tätigkeiten" während dieser Schlafwache in dem abgedunkeltem Raum zu, jedoch merkte die Leiterin des Kindergartens an, dass sie derzeit noch über keine "Nachtsichtgeräte" verfügten und sie sich kaum vorstellen könne, dass das technisch und praktisch umsetzbar sei.
Erst mit Vollendung des ersten Lebensjahres lässt das Ministerium die Überwachung mit technischen Einrichtungen zu, und eine permanente Schlafwache sei nicht mehr notwendig.
Bürgermeister Martin Echter fügte hinzu, dass es dann nur die Möglichkeit gebe, eine zusätzliche Person für die Kinderkrippe einzustellen, oder die Aufnahme auf Kinder mit einem Mindestalter von zwölf Monaten zu beschränken. Da für das Krippenjahr 2016/2017 schon einige Kinder mit etwa zehn Monaten angenommen wurden, wird die Leitung für die Schlafwache eine Person abstellen: Ab dem Krippenjahr 2017/2018, in dem ohnehin eine neue Betriebserlaubnis aufgrund der Kindergartenerweiterung in Sielenbach beantragt werden muss, wird ein Mindestalter für die Aufnahme von einem Jahr vorgeschrieben.

Da in den letzten Wochen bei den Ortsfeuerwehren in Tödtenried und Sielenbach 18 Jugendliche aufgenommen wurden und diese auch schon mit der Ausbildung zum Truppmann begonnen haben, haben die Wehren einen Antrag zur Anschaffung von zusätzlichen Feuerwehrschutzanzügen für diese Jugendlichen gestellt. Die Kosten werden sich auf etwa 3000 Euro belaufen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Das frühere Gemeinderatsmitglied Hans Moser hat angeregt, ein Gemeindemobil anzuschaffen. Dieses Modell wird bereits in einigen anderen Gemeinden des Landkreises umgesetzt und durch Firmenwerbung auf dem Fahrzeug finanziert. Dies könnte dann unter anderem von Vereinen und für den Transport von Jugendlichen und älteren Personen für zehn Cent pro Kilometer genutzt werden.
Die Gemeinderäte Horst Pappenberger und Andreas Schneider sahen für ein Gemeindemobil grundsätzlich weder Notwendigkeit noch Nutzen. Auch Josef Kreppold sah Probleme in Hinblick auf Schäden und Verkehrsverstöße mit diesem gemeinsamen Fahrzeug.
Dritter Bürgermeister Heinz Geiling merkte an, dass einige Werbepartner und Sponsoren notwendig sein würden, um das Leasen dieses Fahrzeug zu realisieren. Bürgermeister Echter wird sich nun nähere Informationen von der Gemeinde Dasing einholen, die ein solches Fahrzeug bereits im Einsatz hat und man wird bei einer der nächsten Sitzungen weiter beraten.

Verkehrsschau: Bereits am Montag fand in Sielenbach eine Verkehrsschau mit Helmut Beck von der Polizei Aichach statt. Es lag ein Antrag vor, den Zwischenweg der Verbindungsstraße vom Amsel- zum Drosselweg, nahe der Kinderkrippe, als Spielstraße zu deklarieren. Beck sieht aber aufgrund der geringen Verkehrsbelastung und der ohnehin niedrigen Geschwindigkeiten dort keinen Handlungsbedarf. Es wären massive Änderungen in der verkehrstechnischen Infrastruktur notwendig. Er schlägt eine Hinweistafel am Eingang zur Kinderkrippe vor mit der Aufschrift: "Zu- und Abfahrt nur über Drosselweg".
In Tödtenried dagegen soll eine Zone 30 von Feuerwehr bis zu Kindergarten und Grundschule in der Zeit von 7 bis 15 Uhr eingerichtet werden.
Den Antrag auf eine Tempobeschränkung nach dem Ortseingang von der Licht- in die Schweigstraße konnte Beck auch nicht befürworten, da man durch den Bau der Mittelinsel unter normalen Umständen ohnehin nicht schneller als 50 Stundenkilometer fahren könnte.

Von Thomas Weinmüller


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Veröffentlicht am 15.07.2016 23:00 Uhr




 

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