Schiltberg    

Schiltberg ohne Wirtshaus

Schiltberg – „Wir sollten hier nicht einfach die Augen zumachen“, war Schiltbergs Bürgermeister Josef Schreier der Ansicht zur Schließung der „Postwirtschaft“ Kaupp in Schiltberg. Derzeit ist davon auszugehen, dass der Betrieb der Dorfgaststätte nicht fortgeführt wird. Eigentümer Alois Kaupp bietet derzeit die Räumlichkeiten unter anderem als Büroräume zur Vermietung an.

Der Schützenverein Immergrün könnte somit womöglich auch den im Dachgeschoss befindlichen Schießstand nicht mehr nutzen und ist folglich an die Gemeinde herangetreten. „Das Ganze ist keine Pflichtaufgabe der Gemeinde, aber wir sollten uns dem Thema annehmen“, meinte Schreier unmissverständlich. Der Rat war sich einig, dass man sich Gedanken machen müsse, wie das Gemeinschaftsleben in Schiltberg ohne Dorfwirtschaft künftig aufrechterhalten werden kann. „Vorrangig geht es um einen Veranstaltungsraum für die Vereine oder auch beispielsweise für das Jagdessen“, meinte Zweiter Bürgermeister Peter Kellerer während der Ratssitzung am Donnerstag. Zwar sind im TSV-Vereinsheim entsprechende Räumlichkeiten vorhanden, aber „wenn es immer mehr Veranstaltungen werden, findet man für die Bewirtung keine freiwilligen Helfer mehr“, gab Alois Rieblinger zu verstehen.

Auf Schreiers Vorschlag wird nunmehr ein öffentlicher Aushang angebracht, mit dem die Gründung eines Arbeitskreises angekündigt und zugleich eingeladen wird, in diesem mitzuwirken. Ferner werden die Schiltberger Vereinsvorsitzenden angeschrieben und eine Mitwirkung im Arbeitskreis angeboten. Bis zum 9. Februar können alle Interessierten in der Gemeindeverwaltung ihr Mitwirken kundtun. Aus dem Kreis des Gemeinderates haben bereits der Bürgermeister, Gertraud Neuberger, Peter Kellerer, Erwin Zandtner, Kaspar Wörle und Johann Pauker ihre Zusage gegeben. Bezüglich des Schießstandes wird ein Gespräch mit dem Eigentümer stattfinden. Dennoch war für Schreier klar, dass hier ein schwieriges Thema angegangen wird.

Eingebunden wurde die Gemeinde am Bauleitverfahren der Stadt Aichach zur Änderung des Flächennutzungsplanes „Konzentrationsflächen Windenergieanlagen“. Ziel solcher Flächennutzungsplanänderungen ist die Ausweisung geeigneter Standorte als Konzentrationszonen für Windenergie. Privilegierte Errichtungen von Windkraftanlagen können somit gelenkt werden. Eine dieser geplanten Konzentrationszonen – sie liegt zwischen Untermauerbach und Oberwittelsbach – grenzt an das Schiltberger Gemeindegebiet an. Der Rat beschloss, auf eine schriftliche Stellungnahme zu verzichten. Dieser Entscheidung schloss sich Michael Schmidberger nicht an, wobei er dies den Ratskollegen gegenüber auch entsprechend begründete.

Schützen erbitten Hilfe der Gemeinde

Behandelt wurden auch die Anregungen aus der Bürgerversammlung im Oktober des Vorjahres sowie der Jugendbürgerversammlung im Januar. Die Gemeinde soll sich stark machen für den Erhalt der Buslinie 706 ab Schiltberg/Ruppertszell/Metzenried nach Karlsfeld/Allach, so seinerzeit der Wunsch von Ferdinand Hamberger im Rahmen der Bürgerversammlung. Schreier informierte das Gremium, dass hier nicht die Gemeinde zuständig sei, sondern der Landkreis stets nach den turnusgemäßen Zählungen der Mitfahrer entscheide.

Sebastian Schadl regte eine Teerung der Straße nach Kühnhausen an. Im Vorfeld der diesjährigen Haushaltsberatung wird wieder eine Prioritätenliste erstellt hinsichtlich der durchzuführenden Straßenunterhaltungsmaßnahmen. Auch die Strecke nach Kühnhausen wird in Augenschein genommen, so Bürgermeister Schreier.

Die jungen Leute trugen im Rahmen der Jugendbürgerversammlung den Wunsch an den Gemeindechef heran, dass sie mit ihren Handys einen besseren Internetempfang wünschen. Ein Anbieter hat bereits eine Zusage abgegeben, diesbezüglich tätig zu werden. Ob es tatsächlich zu einem Ausbau kommt, mag bezweifelt werden, da die Weilachtaler den Rückzieher eines anderen Anbieters bereits notieren konnten.

Bekanntlich wird es in Zukunft in Schiltberg eine Kinderkrippe geben. Die Planungen für den Neubau sind bereits voll im Gange. Mit dem Landkreis wurde zwischenzeitlich die Vereinbarung zum Bau eines Geh- und Radweges von Allenberg nach Untergriesbach unterzeichnet. Noch in 2012 wird mit den Baumaßnahmen begonnen.

Auf Antrag erhalten die katholischen Dorfhelferinnen und Betriebshelfer im Landkreis einen Zuschuss von 187 Euro, was zehn Cent je Einwohner entspricht.


Veröffentlicht am 27.01.2012 17:07 Uhr


 

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