Schiltberg    

Rekord bei Investitionen

Schiltberg – Das Schiltberger Kommunalparlament beschäftigte sich in seiner Sitzung am Donnerstag ausgiebig mit dem Haushaltsplan und der Haushaltssatzung 2011 sowie mit der Finanzplanung bis 2014. Der Verwaltungshaushalt umfasst einen Betrag von 1,95 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt von 1,23 Millionen Euro.

Als ein Gradmesser der Finanz- und Wirtschaftskrise kann die Einkommensteuerbeteiligung angesehen werden, und diese ist seit 2009 rückläufig. Konnte man in 2008 eine Rekordeinnahme von 675 000 Euro verbuchen, wird sich diese in 2011 voraussichtlich auf 593 000 Euro belaufen (34 Prozent der Einnahmen des Verwaltungshaushalts). Erfreuliches aus dem Verwaltungshaushalt konnte vermeldet werden was die Zinsbelastung anbelangt: Vor fünf Jahren lag die Zinsbelastung noch doppelt so hoch wie heuer mit 14 000 Euro. Zum Jahresende 2010 bezifferte sich der Schuldenstand auf 258 000 Euro.

Zur Finanzierung der umfangreichen Investitionen im laufenden Jahr, immerhin 940 000 Euro, plant man eine Darlehensaufnahme von 150 000 Euro ein, so VG-Kämmerer Stefan Mayer, der dem Rat die Zahlen vortrug. Die Pro-Kopf-Verschuldung würde sich somit von derzeit 139 Euro auf 204 Euro erhöhen, wobei dieser Betrag vergleichsweise niedrig ist.

Die Steuerkraft der Gemeinde und 80 Prozent der staatlichen Schlüsselzuweisungen ergeben die Umlagekraft, nach der sich je nach Hebesatz die Kreisumlage errechnet. Dieser Hebesatz des Landkreises beläuft sich auf 48,5 Prozent. Aufgrund der Steuerkraftzahl und Schlüsselzuweisung errechnet sich für 2011 eine Umlagekraft von 1,07 Millionen Euro (2010: 1,16 Millionen Euro).

Mit einer Steuerkraft von 412 Euro je Einwohner liegt man im Landkreis an 23. Stelle. Der Durchschnitt liegt hier bei 652 Euro. Mit dem Indikator „Steuerkraft“ bemisst man den „öffentliche Reichtum“ und Wohlstand einer Region. Nachdem die Steuerkraft in Schiltberg nur bei 52 Prozent des bayerischen Durchschnitts liegt, erhalten die Weilachthaler zu der Schlüsselzuweisung von 335 000 Euro eine Sonderzuweisung von 62 000 Euro (entspricht insgesamt 23 Prozent der Einnahmen des Verwaltungshaushalts).

Die Kreisumlage reduziert sich folglich von 564 000 Euro auf 519 000 Euro (33 Prozent der Ausgaben des Verwaltungshaushalts). Die Verwaltungsgemeinschafts-Umlage wird mit 133 000 Euro beziffert (acht Prozent), die Personalausgaben mit 252 000 Euro (16 Prozent), die Zuweisungen mit 197 000 Euro (zwölf Prozent) sowie die Verwaltungs- und Betriebsausgaben mit 367 000 Euro (23 Prozent). Weitere Einnahmen des Verwaltungshaushalts: Grundsteuer A und B: 186 000 Euro (elf Prozent der Einnahmen), Gewerbesteuer 180 000 Euro (zehn Prozent), Gebühren (wie Abwasser) 150 000 Euro (neun Prozent).

Die wichtigsten Einnahmen des Vermögenshaushalts: Kreditaufnahme 150 000 Euro (16 Prozent), Zuführung zum Verwaltungshaushalt 202 000 Euro (21 Prozent), Zuschuss Konjunkturpaket II 137 000 Euro (14 Prozent), Entnahmen aus Rücklagen 333 000 Euro (35 Prozent). Die Ausgaben: Vermögenserwerb 168 000 Euro, Baumaßnahmen 771 000 Euro und Tilgung von Krediten 30 000 Euro.

Von Xaver Ostermayr

Bei Gelegenheit Zuschüsse nutzen

Mit Investitionen von 940 000 Euro erreicht man in Schiltberg eine Rekordmarke. Der Durchschnitt in den Jahren 2002 bis 2010 lag bei 368 000 Euro. Die größten Brocken: energetische Sanierung von Schule und Kindergarten 124 000 Euro, Straßenbau 197 000 Euro, Abwasserbeseitigung 402 000 Euro (davon Druckleitung nach Bergen 215 000 Euro, Restbetrag 53 000 Euro in 2012) und Anschaffungen für den Bauhof 85 000 Euro. „Wenn eine Situation eintritt, wie die Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket II, müssen wir reagieren. In den nächsten Jahren müssen die Investitionen wieder geringer ausfallen“, erklärte Bürgermeister Josef Schreier.



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Veröffentlicht am 15.04.2011 16:27 Uhr




 

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