Schiltberg    

Von Allenberg bis Hollywood

Allenberg/Aichach – In einer kleinen Dachgeschosswohnung in Allenberg hat sich in den vergangen drei Jahren viel getan, die Computer liefen quasi Tag und Nacht – kreative Köpfe rauchten sprichwörtlich. Was dabei herauskam, wird vielleicht sogar Filmgeschichte schreiben. Wenn nicht, so hatte zumindest eine kleine Truppe großen Spaß. In kollektiver Zusammenarbeit entstand der Film „Prinz Blechleber“. Zu sehen ist er erstmals am Sonntag, 27. Februar, im Aichacher Cineplex-Kino.

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Willi Wenger aus Allenberg ist der Hauptdarsteller. Für Regie, Kamera und Technik ist er verantwortlich. Willi Wenger ist nicht wirklich Willi Wenger. So heißt er erst seit zehn Jahren, als er begann mit Radio Dingolstadt im Internet Comedy-Filme zu veröffentlichen. Aus diesem Projekt heraus hat sich auch der Kinofilm entwickelt. Im wirklichen Leben heißt Willi Wenger Franz Bölicke. Er hat einen Beruf, der den Adrenalinspiegel höher schnellen lässt, wie er selbst lachend erzählt: Buchhalter.

Auch die anderen Hauptdarsteller führen ein ganz normales Berufsleben, wie sie betonen. Das hört allerdings auf, so bald sie sich Tom Bones, Schorsch Hallermeier, Fritz Fire, Ben Bierhoi und Doc Holiday nennen. Dann nämlich sind sie in der virtuellen Welt angekommen. Ihre echten Namen bleiben zurück, werden nicht verraten. Alle zusammen sind ausgezogen, um die Kinowelt zu bereichern: Von Allenberg bis Hollywood.

Prinz Blechleber ist ein aufwendiges Low-Budget Filmprojekt von Dingolstadt Comedy. Wie hoch die Produktionskosten tatsächlich sind, will die engagierte Gruppe nicht verraten. „Es hat halt jeder reingebuttert, so viel er konnte.“ Und: „10 000 Euro sind da schnell zusammen.“ Die Arbeiteten dauerten von März 2007 bis November 2010. Drehort ist ein alter Stadel in Allenberg, den es inzwischen schon gar nicht mehr gibt. Äußerst dankbar sind sie dem Bauern, der ihnen den Stadel zur Verfügung stellte. Alles andere hätte die Kosten maßlos in die Höhe getrieben. Alle Szenen werden dort vor einer grünen Wand gefilmt. Nach 18 Drehtagen, überwiegend an den Wochenenenden, ist die Komödie im Kasten. Manchmal geht es lustig und heiter zu, alles flutscht wie von selbst, manchmal gewinnt die pure Verzweiflung die Oberhand. Aber Aufgeben kommt nie in Betracht. „Jeder legt sich ins Zeug.“

Als die Aufnahmen erledigt sind, geht es erst richtig los. Der Film muss bearbeitet, geschnitten und synchronisiert werden. Der Zwerg, im Film der Zwelb ist in Wirklichkeit nahezu einen Kopf größer als die restlichen Schauspieler. Digital, „nicht wirklich“, wird er zurecht gestutzt. „Zwei bis drei Computer haben wir aufgearbeitet, sie liefen Tag und Nacht“, blickt Willi Wenger zurück. Von Bedauern ist nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die pure Freude ist ihm ins Gesicht geschrieben. Das gilt auch für die anderen, die alle um die 30 Jahre alt sind.

Den Filmtitel „Prinz Blechleber“ hat Drehbuchautor Tom Bones „irgendwie von Prinz Eisenherz“ hergeleitet. Er hat ein Buch übers Drehbuchschreiben gelesen und braucht nun ein Thema: Das Mittelalter. Er hat es schnell gefunden, da er selbst bei Mittelalterfesten als Ritter unterwegs ist. Innerhalb von drei Monaten steht das Drehbuch. Aber: „Ich habe es so oft umgeschrieben, dass ich am Schluss nicht mehr wusste, wie der Film ausgeht.“

Die Hauptdarsteller haben ein großes Ziel: „Wir wollen nicht künstlich rüberkommen, wir wollen, dass die Zuschauer den Charakter des Darstellers ins Herz schließen.“ Nach einem ersten Blick in die DVD, die es zum Film gibt, ist ihnen das bestens gelungen.

Der Film erinnert ein wenig an „Herr der Ringe“. Das ist durchaus so gewollt. Und beim Hauptdarsteller fällt einem sofort Abahachi ein, im Schuh des Manitu. „Bully Herbig hätte Prinz Blechleber bestimmt auch spielen können – aber nicht so gut wie ich“, scherzt Willi Wenger.

Zum Inhalt des Films, der auch für Kinder ab zwölf Jahren geeignet ist, wird nicht viel verraten. Nur so viel: Prinz Blechleber hat die Regentschaft über das Königreich Munkenau übernommen und ist damit verantwortlich für die Aufbewahrung geschichtsträchtiger Murmeln, die magische Kräfte haben sollen. Plötzlich sind sie verschwunden, die Barbaren fallen ins Land ein…

Es sind 106 kurzweilige und amüsante Minuten, die geboten werden. Wie der Film ausgeht? Das ist dem Drehbuchautor Tom Bones hoffentlich zwischenzeitlich wieder eingefallen. Eines ist jedoch sicher: Eine Prinzessin wird nicht gerettet! Trotzdem sind die Chancen groß, dass es ein Happy-End gibt.

Von Alfred Haas

Kinostart ist am Sonntag, 27. Februar, im Aichacher Cineplex. Filmbeginn ist um 12 Uhr, Einlass ab 11.30 Uhr. Karten können online unter www.prinz-blechleber.de bestellt werden. Unter dieser Adresse gibt es auch die DVD zum Film, die ab März im Handel ist.

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Veröffentlicht am 11.02.2011 15:11 Uhr




 

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