Schiltberg    

Spielleiter steigt vom Hofberg

Schiltberg (roe) Alois Eberl, Regisseur und Hauptdarsteller in der umjubelten „Jedermann“-Aufführung im vergangenen Jahr, ist nicht mehr Mitglied im Schiltberger Hofbergverein. Bereits im Sommer trat der 63-Jährige von der Hofbergbühne ab – und kam damit einem Ausschluss aus dem Verein zuvor.

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„Damit ist auch seine Ehrenmitgliedschaft erloschen“, so Vorsitzender Michael Schmidberger, dem die Angelegenheit spürbar im Magen liegt. Bereits im Januar seien „Verhaltensweisen“ Eberls bekannt geworden, die später Vorstand und Beirat beschäftigten. Schmidberger spricht von einer „ernsten Angelegenheit“, möchte mit Rücksicht auf die betroffenen Personen aber nicht näher darauf eingehen. Offensichtlich geht es um zwischenmenschliche Dinge, die innerhalb des Vereins Gräben aufgerissen hatten. Der Beirat reagierte und bereitete einstimmig einen Vereinsausschluss vor. Angesichts seiner früheren Verdienste sei Alois Eberl nahe gelegt worden, von sich aus den Verein zu verlassen. Dies habe er nach einiger Bedenkzeit dann im Sommer auch getan.

Eberl war über viele Jahre ein Stützpfeiler des kulturellen Aushängeschildes im Wittelsbacher Land. Er ist Neffe des Hofberggründers Georg Eberl, stand seit 1954 auf der Bühne, seit 1985 fungierte er beinahe durchgehend als Spielleiter der im dreijährigen Turnus stattfindenden Festspiele auf der überregional bekannten Freiluftbühne. Er selbst war gestern zu keiner Stellungnahme zu erreichen.

Michael Schmidberger macht aus seiner persönlichen Enttäuschung keinen Hehl, unterstreicht allerdings, dass der Verein das ganze Jahr über professionell weiter gearbeitet habe und die Mitglieder voll bei der Sache seien. Daran werde sich auch nichts ändern, wenngleich Schmidberger selbst langsamer tun wird. Bei der am 15. Januar anstehenden Jahreshauptversammlung wird der Kreisheimatpfleger, der für den Hofberg „lebt“, nicht mehr für einen Posten an der Vereinsspitze antreten. Dies habe aber nichts mit den Geschehnissen um Alois Eberl zu tun. 24 Jahre lang war Michael Schmidberger Vorsitzender, knapp 32 Jahre gehört er der Vorstandschaft an. Da müsse es möglich sein, kürzer zu treten. Dies hat Schmidberger auch schon seit Jahren angekündigt.

Ein Problem wird es bei den Neuwahlen nicht geben. Die Nachfolge sei geregelt, die komplette neue Vorstanschaft stehe und werde schnell nach den Wahlen die Arbeit aufnehmen. 2012 steht die nächste Spielsaison im Kalender. Als Berater, Schauspieler oder auch in einer anderen unterstützenden Funktion wird Michael Schmidberger dem Hofberg erhalten bleiben: „Ich steige ja nicht ganz aus.“

Gelassen bleibt Bürgermeister Josef Schreier: „Der Verein hat die Situation im Griff“, so das Gemeindeoberhaupt, das sicher ist, dass 2012 wieder gespielt wird.



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Veröffentlicht am 15.12.2010 17:21 Uhr




 

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