Im Wandel der Zeit
Ruppertszell – Die Freiwillige Feuerwehr Ruppertszell feiert am kommenden Wochenende ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Von Freitag bis Sonntag wurde ein buntes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Höhepunkt wird am Sonntag der Festgottesdienst, den Pater Markus Szymula zelebriert, mit anschließendem Festzug durch Ruppertszell und Wundersdorf sein. 20 Vereine haben ihr Kommen zugesagt.
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Insbesondere in den letzten Wochen war der Festausschuss um Vorsitzenden Andreas Augustin aus Metzenried und Kommandanten Franz Kreitmair aus Wundersdorf viel beschäftigt, um ein würdiges Fest zu organisieren. Elf Sitzungen haben die 13 Ausschussmitglieder hinter sich. Am Vereinsheim in Ruppertszell wurde zwischenzeitlich ein Festzelt errichtet. Als Festkapelle fungiert die Blaskapelle Langenpettenbach. Auch sechs Festdamen fiebern diesem Gründungsfest entgegen. Xaver Ostermayr hat zum 100-Jährigen eine Festschrift erstellt, in der sich auch über 60 Fotos wiederfinden. Rechtzeitig zum Fest wurde der Vereinsfahne sowie die Standarte restauriert.
Schon lange bevor die FFW Ruppertszell gegründet wurde, gab es im Holzland eine Pflichtfeuerwehr. Am 13. Februar 1881 wurde der Bau eines Feuerwehrspritzenhauses beschlossen. Pfarrer Georg Eisele stellte den Raum seines Ökonomiegebäudes nicht mehr zur Verfügung, da er die Räumlichkeiten selbst notwendig benötigte. Aus einem Protokoll aus dem Jahr 1883 ergibt sich, dass unter dem damaligen Bürgermeister Schreier dem Königlichen Bezirksamt Aichach regelmäßig Bericht erstattet werden musste, wer an den vierteljährlich stattfindenden Feuerwehrübungen teilgenommen hatte. Die Feuerwehrübungen fanden damals nachmittags zwischen 14 Uhr und 16 Uhr statt. 1883 hatte die Wehr ein Inventar von insgesamt 839,66 Mark, wobei die Feuerspritze samt Kübel mit 747,36 Mark den größten Wert darstellte. Unter Bürgermeister Greppmair wurde am 18. Januar 1888 Johann Brunner zum Kommandanten ernannt. Steigerzugführer wurde Josef Schaller (Wirt) und Josef Riedl Spritzenzugführer sowie Josef Schreier Zugführer für die Ordnungsmänner. Für diese Ämter wurden laut Gemeindeprotokoll nur Männer ausgewählt, die körperlich und geistig hierzu befähigt waren und sich immer anständig aufführten. Der Wert des zehn Quadratmeter großen Feuerwehrhauses wurde damals von der Gemeinde auf 150 Mark festgesetzt. Am 4. Februar 1894 wurde Johann Brunner als Kommandant bestätigt. Die Freiwillige Feuerwehr Ruppertszell wurde am 26. September 1909 aus der Taufe gehoben. Zum Vorsitzenden und Schriftführer wählte die Versammlung mit 46 Burschen und Männern am 10. Oktober 1909 Josef Schreier (24 Stimmen) und zum Kassier Michael Brandstetter, beide Bauernsöhne. Zum Adjutanten wählte man Georg Breitsameter, (Bauer) und zum Zugmeister Georg Schreier, Bauernsohn. Der erste Steigerzugführer war Georg Schreier und Spritzenzugführer Josef Breitsameter, beide Bauernsöhne. Das Amt des Ordnungszugführers hatte Michael Brandstetter, Bauer, inne. Rottenführer wurden Martin Schreier und Johann Schreier. Josef Schmid bestimmte man zum Fahnenträger, und Johann Wagner wurde Signalist. Zum Kommandanten wählte man Andreas Stichlmair (32 Stimmen).
Nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1909 wurde der Jahresbeitrag auf eine Mark festgesetzt. Ehrenmitglieder hatten einen Jahresbeitrag von zwei Mark zu berappen. Wer die Feuerwehrübungen mehrmals verpasste, hatte drei Mark zu bezahlen. Ab 1913 kostete die Bestrafung für ein unentschuldigtes Fernbleiben 50 Pfennig, jede Wiederholung eine Mark. Ein großer Tag war der 28. Mai 1914: König Ludwig III aus Bayern weilte in Aichach und Oberwittelsbach. 25 Feuerwehrmänner aus Ruppertszell wurden zur Spalierbildung bei der Ankunft der Majestät am Burgplatz nach Oberwittelsbach abkommandiert.
Während der Jahreshauptversammlung am 17. Februar 1924 konnte vermeldet werden, dass dem Verein immerhin 65 Mitglieder angehören. 67 Holzländer spendeten 1959 1108 Mark für die Anschaffung einer Vereinsfahne. Diese erhielt am 19. Juli 1959 im Rahmen des 50-jährigen Gründungsfestes die feierliche Weihe.
Die Freiwillige Feuerwehr Tandern fungierte damals als Patenverein.
Veröffentlicht am 21.06.2010 16:23 Uhr
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