Rehling    

Mehr für Strom zahlen

Rehling – In der Gemeinde Rehling wird es neben einer Strompreiserhöhung der Anbieter ab nächstes Jahr noch eine weitere Preiserhöhung für einen Teil der Strombezieher geben. Dies ist das Ergebnis eines Gemeinderatsbeschlusses vom Donnerstag.

Denn bislang wurde in Rehling die Konzessionsabgabe bei Kunden mit einem jährlichen Verbrauch über 5000 kWh nur mit einem reduzierten Satz von 0,11 Cent je Kilowattstunde (kWh) erhoben, der volle Satz läge aber bei 1,32 Cent je kWh. Durch diesen reduzierten Satz hat die Gemeinde jährlich auf knapp über 12 000 Euro verzichtet, „und das können wir uns in Zukunft eigentlich nicht mehr leisten“, so Rehlings Bürgermeister Alfred Rappel.

Statt der 50 600 Euro, die zuletzt 2009 in die Haushaltskasse flossen, hätte man bei Ausschöpfung des vollen Satzes immerhin 62 800 Euro von der LEW als Einnahme verbuchen können. Auch für den Niedertarif wird in Rehling als Konzessionsabgabe ein reduzierter Satz erhoben, für diese Kunden werden statt der möglichen 0,61 Cent nur 0,11 Cent je kWh erhoben. Diese Regelung bezogen auf den Niedertarif bedeutet für die Gemeinde einen Verzicht in Höhe von rund 600 Euro im Jahr.

Diese von der Gemeinde erhobene Konzessionsabgabe ist das Entgelt für die Einräumung des Rechts zur Benutzung öffentlicher Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen, die der unmittelbaren Versorgung von Endverbrauchern im Gemeindegebiet dienen.

Die erhöhte Konzessionsabgabe trifft wohl auch einen Großteil der Landwirte, weshalb auch mehrere Vertreter dieser Zunft bei der Sitzung anwesend waren und die Diskussion verfolgten. Besonders Gemeinderatskollege Bernhard Jakob fand es nicht fair gegenüber seinen Berufskollegen, den reduzierten Satz zu streichen. Bei einem anwesenden direkt Betroffenen dürfte dies rund 600 Euro Mehrausgaben pro Jahr bedeuten. Jakob gab auch zu bedenken, dass sich der Bauernverband, also die Landwirte, auch mit einer nicht unerheblichen Summe (30 000 Euro) am Ausbau des an den Oberen Römerweg anschließenden Feldwegs beteiligt hätten.

„Nicht gegen

Bauern“ gerichtet

Das konterte Bürgermeister Alfred Rappel und gab klar zu verstehen, dass dieser Beschluss nicht gegen die Landwirte gerichtet sei und zudem, so Rappel wörtlich, „verzichtet die Gemeinde auch auf den Jagdzins sowie auf Beiträge für den Gewässerunterhalt, und dies muss man ehrlicherweise auch einmal sagen.“

Die Abstimmung fiel dann gegen die Stimme von Bernhard Jakob mit 13:1 für eine Änderung dieser Sockellösung recht eindeutig aus, wobei es für die Niedertarifverbraucher bei der bisherigen Lösung bleibt, also weiterhin „nur“ 0,11 statt der möglichen 0,61 Cent je kWh erhoben wird.

Von Josef Abt



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Veröffentlicht am 05.11.2010 16:54 Uhr




 

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