Wünsch dir was
Scherneck – Laut, lustig und livetauglich. Wahnsinnig wuchtiges Wunschkonzert. Vogelwuid. Alles das trifft auf den Auftritt von LaBrassBanda am Sonntagabend auf Scherneck zu. Die fünf Jungs legten als letzten Gig vor der Sommerpause ein fulminantes Wunschkonzert hin. Die äußerst zahlreichen Besucher wippten, klatschten, tanzten – und lernten chiemgauerisch.
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Die Bühne wummert lila – und dann sind sie da: LaBrassBanda. Das sind Oliver „Olli“ Wrage am Bass, Manuel „Yossarian“ Da Coll am Schlagzeug, Stefan „Sepp“ Dettl an der Trompete, Manuel „Manu“ Winbeck an der Posaune und Andreas „Hans“ Hofmeir an der Tuba. Was sie spielen, lässt sich schwer beschreiben. Es ist ein wilder Mix aus allen möglichen Stilrichtungen. Da gibt es Elemente aus der Volksmusik (wenn Stefan Dettl da auch gerne Einhalt gebietet: „Wir sind hier nicht beim Musikantenstadl.“) neben wummernden Techno-Beats, da steht jazzig Angehauchtes neben Punk, Ska und Reggae …
Aber eins ist klar: Die fünf Musiker haben riesigen Spaß an der Sache und an der Live-Musik und genau das wollen sie auch ihrem Publikum geben – was sie ohne Zweifel schaffen. Die Zuhörer in Scherneck gehen mit, wippen, klatschen, tanzen zum Beat. Musikalisch überzeugen die Burschen. „Der Sepp“ ist nicht nur ein genialer Trompeter, sondern auch unterhaltsamer Frontmann, der in unverfälschtem Oberbayerisch seine Texte wie aus einem Maschinengewehr ins Mikrofon feuert – nicht wirklich gut verständlich, aber das macht in diesem Falle nichts. Es geht um den Spaß.
Und wenn kaum jemand mitsingt, weil keiner den Text versteht, gibt „der Sepp“ Nachhilfe. Er spricht vor, alle sprechen nach: „Wan’ma mia zwoa zamma stehn, samma zwoa Heift’n, oa Problem, am Anfang war’s echt hammaschee, aber dann hast du ogfangt zum reen.“ Erst ein Verslein, dann ein weiteres, erst langsam und dann immer schneller.
Aber, wie gesagt, die Texte scheinen nicht so wichtig. Und auch die Musiker nehmen sich nicht ganz so ernst. Wenn die Anlage mal aussetzt, kein Problem, wird eben im Publikum gespielt. Und weil es am Sonntagabend das letzte LaBrassBanda-Konzert vor der Sommerpause war, durften sich die Besucher die Titel wünschen. Freilich schallte es bald „Natalie“. Eigentlich ist der Song, laut „Sepp“ das Lieblingslied der Band, immer der Rausschmeißer – am Sonntag nicht. Es war ja ein Wunschkonzert. Und das in mehrerlei Hinsicht: Wunderbares Open-Air-Wetter, gut gelaunte Musiker und ein ebensolches, bunt gemischtes Publikum …
Veröffentlicht am 23.08.2010 16:35 Uhr
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