Pöttmes    

Gegenwind für Weigl

Pöttmes (pat) Franz-Josef Weigl wird Post von der IG Metall bekommen. Der Pöttmeser Unternehmer, der am 23. Juni die Mitarbeiter seiner Baugruppentechnik gekündigt hat, wird via Gewerkschaft mit dem Wunsch seiner Noch-Angestellten konfrontiert, im Laufe ihrer Kündigungsfristen einen Betriebsrat zu gründen. Rechtlich hat Weigl, so die Auskunft der Gewerkschaft, keine Möglichkeit, dieses Ansinnen abzulehnen.

Wie Johann Horn, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Ingolstadt, gegenüber der AICHACHER ZEITUNG erklärte, seien Weigl-Beschäftigte zur Gewerkschaft gekommen und hätten die Situation bei ihrem Arbeitgeber geschildert. Seit dem Jahr 2004, als Weigl den Gewerkschaftsvertretern Hausverbot erteilt hatte, hätten sie ihre Mitgliedschaft im Verborgenen weiter geführt – nun zahle sich dies für die Betroffenen und ihre Kollegen womöglich aus. Wie Horn erklärte, sei Weigl gesetzlich dazu verpflichtet, einen entsprechenden Aushang in den Betriebsräumen anbringen zu lassen, auf dem zur Bildung eines Wahlvorstandes eingeladen wird. „Sobald der Wahlvorstand gebildet ist, hat er Kündigungsschutz“, so Horn, der allerdings durchaus ins Kalkül zieht, dass Weigl den Aushang gar nicht erst anbringen lässt. „Dann müssen wir eben sofort gerichtliche Schritte einleiten“, sagt Horn und verweist darauf „dass Herr Weigl das ja schon kennt.“ Wegen der Behinderung seines Betriebsrates sei er bereits 2005 rechtskräftig verurteilt worden.

Sollte der Wahlvorstand gebildet werden können, dann „werden wir zügig einen Betriebsrat wählen lassen.“ Bis zum 3. August habe Weigl nun Zeit („Diese Frist haben wir ihm eingeräumt.“), der IG Metall eine Aufstellung aller Beschäftigten zukommen zu lassen, dann könnte der Betriebsrat in einem „beschleunigten Verfahren“ gewählt werden. Dieser solle einen Sozialplan aushandeln, „der für alle Beschäftigten gilt“, so Horn, der in diesem Zusammenhang erklärte, ein von der CGM (Christliche Gewerkschaft Metall) ausgehandelter Plan gelte möglicherweise nur für deren Mitglieder.

Erstmals nahm nun auch Franz-Josef Weigl selbst gegenüber der AICHACHER ZEITUNG Stellung. „Ich weiß nicht, was Herr Horn eigentlich will. Das ist mein Unternehmen und hier entscheide ich.“ Er entlasse schließlich „nicht aus Willkür“, sondern weil es die Marktlage unumgänglich mache: „Der Nutzfahrzeugemarkt ist vollständig eingebrochen, und von dem sind wir in Pöttmes nun einmal abhängig.“ Zudem, so Weigl, erhalte er schließlich die rund 40 Arbeitsplätze in der Verwaltung sowie im Vertrieb und „für die Azubis gibt es Lösungen.“ Ein von einem neuen Betriebsrat ausgehandelten Sozialplan hält Weigl für völlig überflüssig: „Wir haben mit der CGM bereits einen Plan vereinbart. Der enthält eine namhafte Summe und, wie ich meine, großzügige Abfindungen.“


Veröffentlicht am 27.07.2009 16:43 Uhr


 

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