Pöttmes    

Anklage gegen Weigl steht

Augsburg/Pöttmes – Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat offiziell Anklage gegen den ehemaligen Pöttmeser Unternehmer Franz-Josef Weigl und fünf Mitangeklagte erhoben. Zusammen mit Weigl müssen sich sein 28-jähriger Sohn Dominik, seine 50-jährige Ex-Frau Rita, der soeben 70 Jahre alt gewordene Pöttmeser Geschäftsmann Rudi Eitelhuber und zwei Hamburger Anwälte vor der Wirtschaftsstrafkammer des Augsburger Landgerichts verantworten. Angeklagt sind unter anderem Konkursverschleppung, betrügerischer Bankrott, Subventionsbetrug und Steuerhinterziehung.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, soll der 55-jährige Weigl als teilweise nur formal, in vielen Fällen jedoch auch als „tatsächlich Verantwortlicher“ eines Firmengeflechts in den neuen Bundesländern die Zahlungsunfähigkeit seiner „Weigl Group“ erst im April 2011 offiziell angezeigt haben – deutlich zu spät für die völlig überschuldete Holding und damit strafbar als sogenannte Insolvenzverschleppung. Darüber hinaus wirft die Anklagebehörde dem Ex-Unternehmer vor, aus der Insolvenzmasse „Vermögensverschiebungen zum Nachteil der Gläubiger“ vorgenommen zu haben. Zudem soll Weigl bereits Ende 2009 widerrechtlich 2,38 Millionen von einem Firmen- auf Privatkonten transferiert haben, um die Familie abzusichern und zudem weitere 2,4 Millionen mit Hilfe des Pöttmeser Geschäftsmannes Rudi Eitelhuber zu Lasten der Insolvenzmasse verschoben haben. Dies hatte Eitelhuber allerdings schon vor seiner Festnahme im Juli 2013 in Gesprächen mit unserer Zeitung stets bestritten.

Ebenfalls angeklagt wurden Weigl, sein Sohn sowie Eitelhuber, den Insolvenzverwalter über den Wert einer zur Insolvenzmasse gehörenden Beteiligung getäuscht zu haben, wodurch sie den Verkaufserlös für ein Firmengelände (500 000 Euro) erlangten. Schließlich soll Weigl auch Subventionen, die für Maschinen von staatlicher Seite geflossen waren, zu Unrecht kassiert haben.

Der Strafrahmen für die verschiedenen Delikte bewegt sich zwischen sechs Monaten und zehn Jahren, im Falle der Beihilfe zwischen einem Monat und siebeneinhalb Jahren oder einer Geldstrafe.  Im Fall Weigl gehen Insider davon aus, dass gegen den 55-Jährigen eine Haftstrafe im Bereich von acht bis zehn Jahren beantragt und verhängt werden könnte.



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Veröffentlicht am 24.01.2014 18:15 Uhr




 

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