Pöttmes    

"Geiseldrama" am Unteren Tor

Pöttmes – Als am vergangenen Samstag ab 15 Uhr wiederholt Feuerwehr und Rettungsdienst mit Blaulicht und Martinshorn in Pöttmes unterwegs waren, soll es schlecht informierte Bewohner gegeben haben, die annahmen, dass sich ein größerer Unfall mit mehreren Verletzten und womöglich mit Toten ereignet hatte. Nun wer den Fahrzeugen folgte, sah teilweise dramatische Szenen, wurde jedoch schnell aufgeklärt, dass es sich um groß angelegte Übungen im Rahmen der Brandschutzwoche handelte.

<p>Geiseldrama  am Unteren Tor </p>

Der Aktionstag begann mit einem schweren Autounfall im Westend. Eine Person war unter einem auf der Seite liegenden Auto eingeklemmt, die Fahrerin im Wagen. Zuerst wurde die Person unter dem Wagen, dargestellt von einer lebensgroßen Puppe – wenngleich tot – geborgen, dann die eingeklemmte Frau aus dem Fahrzeug mit teilweise schwerem Gerät befreit.

Dabei konnte man sich davon überzeugen, dass die Fahrzeuge der Feuerwehr Pöttmes nicht nur mit sämtlichen heutzutage erforderlichen Gerätschaften ausgestattet sind, sondern dass die Einsatzkräfte auch sehr professionell damit umzugehen verstehen.

Für die Zuschauer war es spannend und zugleich beruhigend, die Einsätze aus nächster Nähe zu verfolgen – schließlich kann es jeden treffen.

Bei der nächsten Übung wurde ein Motorbrand in einem Reisebus mit Rauchentwicklung im Fahrgastraum nachgestellt. Es galt die Fahrgäste aus dem Bus zu holen, wobei Rettungskräfte mit Atemschutzmasken zum Einsatz kamen. Kaum waren die Helfer zurück zum Feuerwehrhaus, ging die Meldung ein, dass sich im Bereich des Unteren Tores ein Geiseldrama abspiele.

45 Aktive im Einsatz

Als die Feuerwehr anrückte, war die Polizei bereits zur Stelle, dargestellt durch eine Mitglied des Trachtenvereins Pöttmes. Der Geiselnehmer konnte zwar überwältigt werden, hatte jedoch vorher eine Person, wiederum eine lebensgroße Puppe aus dem Fenster im zweiten Stock geworfen und die Wohnung in Brand gesteckt. Es gab also genug zu tun. Zeitgleich war ein Person von einem Gerüst im Baubereich früheres Brauereigebäude abgestürzt und musste mit lebensbedrohenden Verletzungen geborgen werden. Besonders lebensnah war ein Fahrradunfall auf dem Verbindungsgässchen zwischen Kellerwerg und Augsburger Straße nachempfunden.

So ging es abgesehen von einer Brotzeitpause bis 22 Uhr. Im Einsatz waren alle verfügbaren Mitglieder der Feuerwehr. Laut Einsatzleiter Richard Hammerl beteiligten sich einschließlich Helfern, die vielfach die Opfer darstellten, etwa 45 Personen zuzüglich den Angehörigen der BRK Rettungsstation Pöttmes am groß angelegten Aktionstag.

Die Übungsvorbereitung hatten Klaus Hartwig, Kommandant und zugleich Mitglied der Berufsfeuerwehr München, und Gemeinderat Hans Steiger übernommen. In der Abschlussbesprechung zeigte sich Hammerl mit der Einsatzbereitschaft und dem Können aller Beteiligten sehr zufrieden. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Übung und konnten sich somit überzeugen, dass die finanzielle Unterstützung von Feuerwehr und Rettungsdienst durch die Marktgemeinde gerechtfertigt und das Geld gut angelegt ist.

<p>Geiseldrama  am Unteren Tor </p>

Veröffentlicht am 19.09.2011 17:22 Uhr


 

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