Pöttmes    

Anonymer Gundelsdorfer Wohltäter spendet Auto für Uganda

Gundelsdorf/Ebenried - Es ist heiß. Fast so heiß wie in der Heimat von John Kiggundu aus Uganda, der seit 29 Jahren in der Pfarreiengemeinschaft Pöttmes als Aushilfspfarrer wirkt. Der 57-Jährige lebt derzeit in Ebenried bei Familie Ruf. In seiner Heimat unterstützt er einen Kindergarten; für diesen hat ein anonymer Spender aus Gundelsdorf ein Auto im Wert von 12 000 Euro spendiert. Davon möchte Pater John erzählen, von seiner Heimat und davon, wie ihn Deutschland geprägt hat, und davon, wie junge Leute vom afrikanischen Kontinent gelockt werden und diesen massenhaft verlassen.

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Schon im Hof begrüßt "die Oma", Anna Ruf, den Reporter mit den Worten: "Gehn'S nur nauf zum Pater John, der wartet schon auf Sie." In seinem nett eingerichteten Zimmer erwartet der sympathische Aushilfspfarrer seinen Besuch. Er erzählt von seiner Heimat Uganda, von seinen Eindrücken in Deutschland und seinem Wirken. Die Hitze hier, die mache auch ihm zu schaffen. Pater John berichtet, dass in seiner Heimat momentan fast die gleichen Temperaturen herrschen, doch sei die Wärme dort viel erträglicher.
Während Pater John über das heiße Uganda spricht, schmeißt Oma Anna Ruf in der Küche den Ofen an: Heute gibt es Schnitzel mit Pommes und gemischten Salat. Pater John sei ein sehr pflegeleichter Gast, lässt sie so nebenbei fallen. "Er isst alles, was auf den Tisch kommt." Besonders liebt er, sagt er selbst, deftigen Schweinsbraten mit Knödel. Er fühlt sich mehr als wohl bei der gastfreundlichen Familie - seit zehn Jahren schon. Deutschland kennt der Pater schon lange: Bereits in den 1980er Jahren war er bei Familie Högenauer in Osterzhausen einquartiert. Am 19. Juli 1987 wurde er in Ustersbach vom damaligen Bischof Josef Stimpfle zum Diakon, ein Jahr später, am 9. Juli 1988, in seiner Heimatstadt Mityana zum Priester geweiht. Schon vorher hatte er den damaligen Gundelsdorfer Pfarrer Othmar Kahlig kennengelernt. Im September 1989 hatte ihn Kahlig das erste Mal zu einer Urlaubsvertretung nach Gundelsdorf eingeladen. In seinen Anfangsjahren habe er seine liebe Mühe mit der deutschen Sprache gehabt, erinnert er sich. Heute ist das kein Problem mehr, der Aushilfspfarrer spricht perfekt deutsch. Als das noch nicht der Fall war, da habe er den Eindruck gehabt, die Leute würden das Gespräch mit ihm meiden. Das machte ihn ein wenig einsam. Dann habe er sich an die urdeutschen Tugenden Genauigkeit und Pünktlichkeit gewöhnt. Mit dieser Anpassung ist seine Beliebtheit gestiegen.
Von Josef Mörtl


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Veröffentlicht am 04.10.2018 15:48 Uhr




 

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