Pöttmes    

Pöttmeser Heimatmuseum ist Geschichte

Vor drei Jahren hat die Gemeinde Pöttmes einen Erbpachtvertrag für das Kaschnbauerhaus direkt neben der Kirche abgeschlossen. Damit schien die lange und schwierige Suche nach einem Heimatmuseum abgeschlossen. Nachdem sich aber inzwischen gezeigt hat, dass die Sanierung des Gebäudes eine Million Euro kosten könnte - vielleicht sogar mehr - beschloss eine Mehrheit des Gemeinderats den Ausstieg aus dem Projekt.


Der Schock und die Enttäuschung stand den Mitgliedern des Fördervereins für das Heimatmuseum ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder: Mit viel Einsatz und einem schier endlos langem Atmen bei der schon Jahrzehnte langen Suche nach einem Ort für ein Heimatmuseum haben die Mitglieder viel Herzblut investiert. Allein: Eine Million Euro war ein Betrag, den viele Gemeinderäte nicht für vertretbar hielten.
Zuvor hatte Architekt Hermann Plöckl, Experte für denkmalgeschützte Bauten, seine Einschätzung vorgetragen. Die Bausubstanz sei sehr problematisch, der Deckenaufleger weise erhebliche Schäden auf, die schon auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückgehen. Seine vorläufige Kostenschätzung liegt bei einer Million Euro, wobei er darlegte, dass kein Weg an einem Statikgutachten vorbeiführe. Erst nachdem dieses vorliege, könne eine haltbare Kostenberechnung durchgeführt werden.
Anschließend appellierte Kulturreferentin Ludwiga Baronin Herman an den Gemeinderat: "Eine ausgelagerte Bildungsstätte für die Kinder zur Vermittlung von Werten und Heimatgefühl ist auch aus Sicht von Pädagogen wichtig." Das Kaschnbauerhaus sei in vielerlei Hinsicht optimal: Es liege innerstädtisch, biete Raum für eine Begegnungs- und Unterrichtsstätte, zeige mit dem angrenzenden Stall auch die damalige Versorgungslage und habe in Kriegszeiten auch Flüchtlinge beherbergt, sodass ein umfassender geschichtlicher Ansatz vorhanden sei. Wenigstens die rund 10 000 Euro für das statische Gutachten wünschte sie sich vor einer endgültigen Entscheidung.
Doch auf Antrag von Erich Poisl (CWG) wurde gleich über Aufhören oder Weitermachen abgestimmt. Die Entscheidung fiel mit 9:7 Stimmen eher knapp aus. Aus dem Bürgerblock wollten Bürgermeister Franz Schindele, Barbara Pawel und Manfred Graser weitermachen sowie alle anwesenden CSU-Mitglieder (Sissi Veit-Wiedemann, Mirko Ketz, Klaus Kopold und Heinz Schrammel). Zumindest die Durchführung der statischen Prüfung wäre nach Aussage von Mirko Ketz für die CSU noch in Ordnung gewesen.

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 04.10.2018 15:48 Uhr




 

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