Pöttmes    

2000 Gläubige bei Primiz in Echsheim

Echsheim - Schöner hätte es wohl kaum sein können: Strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und knapp 2000 Gläubige begleiteten Neupriester Tobias Seyfried am gestrigen Sonntag bei seinem ersten Gottesdienst. Nicht nur das ganze Pöttmeser Oberland war auf den Beinen, auch aus der weiteren Umgebung kamen Besucher, nach dem Motto "für einen Primizsegen kann man schon ein Paar Schuhsohlen durchlaufen".

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Echsheim war am gestrigen Sonntagvormittag Zielankunft für viele Reisende. Sie alle wollten der Primizfeier von Tobias Seyfried beiwohnen. Die Kirchengemeinde Schorn verband ihren Bittgang mit dem Ereignis. 25 Personen, darunter auch Pöttmeser, machten sich zu Fuß auf den Weg. Eine weitere Fußwallfahrergruppe war aus Riedheim gekommen, um mitzufeiern.
Vom Deutschherrenplatz zog man zunächst zum Elternhaus, um den Primizianten abzuholen. Dort wurden auch die Fahnenbänder gesegnet, ehe sich der lange Zug auf den Weg zum Sportplatz machte. Dort war am Gemeinschaftshaus eine große Bühne installiert worden und auf dem Spielfeld die Bestuhlung für die Gläubigen aufgebaut. Weitere Gottesdienstbesucher nutzten den Hang auf der Nordseite als Tribüne mit bestem Überblick.
Begleitet vom Ortsgeistlichen Klemens Kiser, Praktikumspfarrer und Prediger Prof. Dr. Thomas Schwartz sowie den Pfarrern Thomas Rein, Othmar Kahlig (beide Pöttmes), Paul Igbo (Karlshuld), Thomas Brom (Ehekirchen), Werner Ehnle (Thierhaupten), Dekan Werner Dippel (Neuburg-Schrobenhausen), Stefan Gast (Dekan Aichach-Friedberg), Thomas Schmid, Vitus Sedlmair (Riedheim, jetzt Tansania), Jonathan Speck (Brasilien), Max Günther, Wolfgang Schreck, Kaplan Helmut Epp, den Diakonen Matthias Bibertaler (Pessenburgheim), Marko Leonhart und Toni Zanini (Karlshuld) zog der Primiziant angeführt von einer kleinen Ministrantenschar ein.
Einleitend merkte Seyfried an, dass es neben seinem ersten Gottesdienst auch das Patrozinium der Pfarrkirche zu feiern gelte. Dem Evangelium des Tages, mit Gott in Berührung kommen, wolle man folgen. Mit dem Überziehen des von der Pfarrgemeinde gespendeten Messgewandes, das auf der Vorderseite den Auferstandenen und auf der Rückseite Maria mit dem Jesuskind zeigt, begann der Gottesdienst.
Die Predigt des vom Wiesenbacher Kirchenchor und der Musikkapelle Pöttmes begleitenden Zeremonie übernahm Prof. Dr. Thomas Schwartz aus Mering, zugleich Praktikumspfarrer des Primizianten. Einen Beruf könne man wählen, so Schwartz, wogegen eine Berufung keine Wahl, sondern Erwählung sei. Für den Erwählten gelte es Ja zu sagen, nicht als feiger Ja-Sager, sondern mutig, denn wichtige und große Dinge im Leben seien von Gott geregelt. Der gewählte Primizspruch "Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden", bedeute nicht über den Dingen zu stehen, sondern sich auf die entsprechende Ebene zu begeben.
Am Ende des Gottesdienstes dankte der Neupriester seiner Familie und den beiden Festausschüssen für die weltliche und kirchliche Feier und allen fleißigen Händen, die zum Gelingen des Tages beitrugen. Nach dem begehrten Primizsegen zog man zum nördlichen Ortsende, wo in der Maschinenhalle der Familie Mayr der Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen angeboten wurden. In ihren Grußworten betonten sowohl MdL Peter Tomaschko als auch Landrat Dr. Klaus Metzger die Werte Tradition, Dialekt und Heimatverbundenheit. Einen Florian überreichte die Echsheimer Feuerwehr, verbunden mit dem Wunsch, den Primizianten öfters mal im Vereinsstüberl zu sehen.
Mit der Dankandacht und dem Primizeinzelsegen endete der offizielle Teil des großen Tages für Tobias Seyfried und seinen Heimatort.

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Von Wilhelm Wagner


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Veröffentlicht am 21.10.2018 23:00 Uhr




 

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