Biber nagt an den Nerven
Schorn – Seine „Tour de Ortsteile“ führte den Pöttmeser Bürgermeister Franz Schindele am Freitagabend in das Schorner Schützenheim. Zentrales Thema des Abends war der Biber, dessen Dammbauten bei der Bevölkerung für einigen Unmut sorgen.
Wie Schindele ausführte, soll entlang des Weihers die bestehende Leitplanke verlängert und der Riss an der Kapelle dauerelastisch versiegelt werden. Kümmern wird sich die Gemeinde um die von Magnus Birkmeir angesprochenen stark abgesenkten Bankette an der Ortsausfahrt zur Staatsstraße und um das Wegstück zwischen dem Pöttmeser Friedhof und dem Sportplatz. Das dort stehenbleibende Wasser werde bei Frost zur Falle für radfahrende Kinder auf dem Schulweg.
Anschauen wird sich der Bauausschuss die Verkehrssituation in der Neuburger Straße. Ludwig Fischer monierte die auf beiden Seiten parkenden Autos. Die dort angesiedelten Arztpraxen sollten sich selbst um Stellplätze für ihre Patienten bemühen, so Fischer.
Warum im Nachbarlandkreis der Biber anders behandelt werde als hier, wollten Hans Mühlpointner und Mathias Gogl wissen und brachten das Hauptthema des Abends zur Sprache. Wie schon am Montag in Immendorf verwies Schindele auf die Zuständigkeit der Unteren Naturschutzbehörde; die Gemeinde sei machtlos und habe selbst pro Jahr etwa 20 000 Euro für durch den Biber verursachte Schäden aufzubringen. Während Privatpersonen Entschädigungen erhielten, müsse die Gemeinde ihren Part sogar selbst tragen. Konkret ging es erneut um den Damm am Röstgraben, für den am runden Tisch eine Wasserhöhe von 40 Zentimetern vereinbart worden war. Allerdings dürfe der Damm bei Dauerfrost nicht geräumt werden. „Dauerfrost sind für mich Minusgrade und die haben wir im September nicht“, monierte Mathias Gogl die fehlende Überwachung und Umsetzung. Selbst dürfe man an die Dämme nicht Hand anlegen, da man sich strafbar mache, was also tun? Im Laufe der heftigen Diskussion verwies der Rathauschef eindringlich und mehrfach auf die Zuständigkeit der Unteren Naturschutzbehörde, ihm seien selbst die Hände gebunden.
Aktiv werden will man dagegen in Sachen Sanierung des Kriegerdenkmales und sich auch das Zifferblatt auf der Westseite des Kirchturmes anschauen. Der von Magnus Hammerl angeregten Verlegung der Busroute durch den Ort will der Bürgermeister nachgehen. Gerne nahm Schindele abschließend den Dank von Ludwig Fischer im Namen des Spielplatzvereines für das von der Gemeinde finanzierte neue Spielgerät an.
Von Wilhelm Wagner
Veröffentlicht am 08.02.2010 16:52 Uhr
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