Pöttmes    

Werner Schleger neuer Bezirksschützenkönig

Neuburg - Knallende Böllersalven und wehende Fahnen: Neuburg war am Wochenende die Bezirkshauptstadt der Schützen. Ein Festzug mit 1000 in Tracht gewandeten Teilnehmern aller Generationen marschierte begleitet von Blasmusik durch die Altstadt, vorbei an Dult und Krammarkt mit tausenden Besuchern.

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Der lange Festzug war geprägt von silbern blitzenden Ketten und mit Federn geschmückten Hüten, dazu lachende Gesichter. Allen voran hatten freilich die frisch gekürten Könige Grund zur Freude: Raimund Siebein von Heckenrose Irsching als bester Aufleger mit einem 13,34-Teiler, Luftpistolen-Spezialist Jürger Zehrer (99,62) von Eichenlaub Lohhof im Gau Massenhausen oder auch Birgit Waldmann als Bezirks-Damenkönigin (48,66) aus Schwabniederhofen im Gau Schongau. Ein besonders breites Grinsen zierte das Gesicht von Werner Schleger: Mit einem 15,81-Teiler hatte sich der Grimolzhausener den Titel des Bezirksschützenkönigs am Luftgewehr in einem Heimspiel gesichert, denn qualifiziert hatte er sich als Gaukönig der Gastgeber Pöttmes-Neuburg. Für ihn ein völlig neues Erlebnis: "Jahrzehntelang nichts getroffen, und auf einmal klingelt es halt", berichtete er lachend und führte seine beiden stolzen Töchter durch die Stadt. Sein Geheimnis für den plötzlichen Erfolg? "Kein Training. Nicht mal während des Wettkampfs."
Gute Laune dann auch in der Parkhalle, wo bei Speis und Trank die Besten geehrt und der Wettkampf besprochen wurden. Beim Einzug gaben die Fahnenträger ihr Bestes und fegten mit ihren Schwüngen beinahe die Weizengläser von den Biertischen, während die Baringer Blaskapelle zum Fest aufspielte. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und zahlreiche Ehrengäste klatschten anerkennend - Landrat Roland Weigert ließ sich bei so viel Zünftigkeit sogar zu Jubeljodlern hinreißen.
Gauschützenmeister Alois Helfer dankte den Gastgebern und allen Helfern, besonders den Aktiven bei Eichenlaub Unterstall, die ihre Schießstätte für den Wettkampf zur Verfügung gestellt hatten. Das zweitägige Programm beinhaltete außerdem einen Bürgermeisterempfang, organisatorische Sitzungen des Bezirksschützenmeisteramtes und einen festlichen Gottesdienst in der Hofkirche mit Stadtpfarrer Herbert Kohler und Klinikseelsorger Anton Tischinger.
Viele Schützen nutzten das schöne Wetter und mischten sich unter die Neuburger Bürger, die über den Krammarkt schlenderten und die Fahrgeschäfte auf der Dult bevölkerten. Parkplätze waren im weiten Umkreis keine mehr zu finden, in der ganzen Stadt drängten sich bis zum Abend die Menschen. Auf dem Markt gab es vom Gemüsezerkleinerer bis zum Fleckenwegzauberer alles im Angebot - ein Sonntag mit Volksfeststimmung in Neuburg. "Jahrzehntelang nichts getroffen, und auf einmal klingelt es halt"

Von Sebastian Schanz


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Veröffentlicht am 15.04.2018 23:00 Uhr




 

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