Pöttmes    

30 Jahre Schleppjagdverein: Auch Prinz Luitpold gratuliert

Gundelsdorf - Da strahlte auch Vorsitzender Toni Wiedemann, der im Vorjahr auf Herrenchiemsee so schwer gestürzt war und seither im Rollstuhl sitzt, als sein Schleppjagdverein am Wochenende 30. Geburtstag feierte.

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Genau auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 15. August 1986, übernahm Toni Wiedemann den Vorsitz des mit 24 Mitgliedern neu gegründeten Schleppjagdvereins von Bayern. Die Schirmherrschaft übernahm damals seine Königliche Hoheit Prinz Ludwig von Bayern. Mittlerweile ist der Verein auf 425 Mitglieder angewachsen, die aus Bayern und sogar aus dem ganzen Bundesgebiet kommen. Und viele der Mitglieder waren zum Geburtstagsfest von weit her angereist.
Gefeiert wurde auf der vereinseigenen Anlage an der Koppenzeller Straße bei Gundelsdorf. Nach einem deftigen Weißwurstfrühstück konnte Vorsitzender Toni Wiedemann die Ehrengäste begrüßen, die allesamt ihre Grußworte an den Verein richteten. Zum einen war dies Prinz Luitpold von Bayern, der besonders auf Tradition und Brauchtum hinwies, sowie Landtagsabgeordneter Peer Tomaschko und Jutta Nebe, die Vertreterin der deutschen Schleppjagdvereinigung. Musikalisch unterhielten den ganzen Tag über Bläsergruppen aus dem Augsburger und Münchner Raum. Und nach einem deftigen Mittagessen, bei dem es Spanferkelbraten gab, folgte dann am Nachmittag der sportliche Höhepunkt. Die neun Reiter und die 40 englischen Foxhounds führten auf einem abgeernteten Getreidefeld nahe dem Vereinsgelände eine Schauschleppe vor. Und wie Toni Wiedemann betonte, haben die Hunde dabei ihre gelegte Spur souverän ausgearbeitet. Zur Belohnung gab es für sie nach der knapp 30-minütigen Vorführung einen eingelegten Rinderpansen, die zahlreichen Gäste, die die Vorführung begeistert verfolgt hatten, ließen den Jubiläumstag bei Kaffee und Kuchen ausklingen.
Schleppen werden seit jeher zur Ausbildung der Hunde gelegt. Die Schleppjagd in Deutschland hat ihren Ursprung nicht erst im Wildjagdverbot von 1934 oder in der reiterlichen Ausbildung der preußischen Kavallerie. Sie grenzt sich vom britischen Hunting und der französischen Parforcejagd allein dadurch ab, dass die Hunde eine künstliche Fährte ausarbeiten, aber kein lebendes Wild jagen. Und wie es so schön heißt beim Schleppjagdverein, "Jagdreiten ist mehr als Sport, es ist in Jahrhunderten gewachsene Kultur."

Von Josef Mörtl
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Veröffentlicht am 06.12.2016 22:00 Uhr




 

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