Pöttmes    

Besucherrekord beim Gaudiwurm

Pöttmes - Bejubelt von einer Rekordkulisse - Schätzungen liegen zwischen 5000 und 8000 Besuchern - bewegte sich am Sonntag in Pöttmes der im zweijährigen Turnus stattfindende Faschingsumzug durch die Straßen. Die 300 Teilnehmer in Fußgruppen und auf Wagen ließen diesmal politische Themen gänzlich außen vor, nahmen dafür die Volksfestpleite mit dem geschassten Festwirt auf die Schippe.

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So viele Besucher wie noch nie verfolgten gestern den Gaudiwurm in Pöttmes. Trotz der Konkurrenz- und Parallelzüge in Griesbeckerzell und Rain waren die Narren massenhaft an den Moosrand gekommen. Entsprechend dicht gesäumt waren die Straßen, als sich der aus 30 Gruppen bestehende Zug in Bewegung setzte.
Angeführt von einem Wagen der Polizei Aichach mit Helmut Beck am Steuer, aus dem heraus diesmal statt Knöllchen fleißig Lutscher verteilt wurden, folgte der Wagen des "Ferkehrs- und Ferschönerungsfereins Bemas e.Vau". Aus luftiger Höhe verteilte Vorsitzender Hans Steiger nicht nur Bonbons an die Kinder, sondern auch Rosen an die Damen. Auf dem Wagen auch Bürgermeister Franz Schindele mit Gattin Barbara, die halfen, 10 000 Lutscher unter das Volk zu bringen.
Die Kinder am Straßenrand kamen mit dem Einsammeln fast nicht hinterher. Auf Höhe des früheren Rathauses hatten sich mit den Bewohnern des Hauses Sankt Hildegard und der Senioreneinrichtung Sonnengarten altbekannte Stammgäste positioniert. Sie wurden von den Umzugsteilnehmern gesondert bedacht.
Während die Teilnehmer politische Themen überhaupt nicht aufgriffen, war im Pöttmeser Volksfest gleich mehrfach eine Zielscheibe gefunden. Von einem mobilen Dönerstand samt Rettungsring Deutscher Volksfestwirte war ebenso die Rede wie vom Pöttmeser Durstfest oder in Anlehnung an die Bierzelthymne "oans-zwoa-drei-vadurscht" und "Durst und Hunger san an Qual, dem Festwirt ist das scheißegal" der Gundelsdorfer Vereine. Auch der Dritte Bürgermeister Thomas Huber wirkte mit: Als Ludwig Krammer verteilte er "Pöttmeser Durstzeichen" für eine Maß Bier.
Wer bei der Aufforderung der Faschingsfreunde Grimolzhausen nach "Sag was Dreckiges" eine schlüpfrige Bemerkung erwarte hatte, wurde enttäuscht, denn die richtige Antwort lautete: "VW Golf 2.0 Diesel".
Als originell darf auch die Idee der Mooskracher aus Königsmoos bezeichnet werden. Ihre Fußgruppe simulierte ein Fahrgeschäft mit kreischenden Insassen.
Ganz in schwarz zielten die Schützen der FSG auf den nächsten James-Bond-Film ab. Ganz nebenbei erfuhr man auch, dass es mit der Zwiebelonia nun auch in Pöttmes eine Faschingsgesellschaft gibt, deren Prinzenpaar August I. und Ina I., aber noch am Hungertuch nagten.
Nach 95 Minuten endete der Zug dort, wo er begonnen hatte: Am Volksfestplatz, wo es mit einem bunten Treiben und dem Auftritt der Garden weiterging. Die Ministranten und die Feuerwehr übernahmen die Verpflegung, und da die Temperaturen wenig winterlich waren, ließ es sich noch lange aushalten. Mehr Bilder vom Pöttmeser Gaudiwurm im Internet Pöttmeser Volksfest als Zielscheibe der Narren

Von Wilhelm Wagner
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Veröffentlicht am 07.02.2016 23:04 Uhr




 

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