Petersdorf    

Tut Settele genug für die Schule?

Alsmoos (pat) Rund 50 Besucher waren ins Alsmooser Landgasthaus Völkl zur zweiten Petersdorfer Bürgerversammlung dieses Jahres erschienen. Im Mittelpunkt der Debatten stand das Thema „Schule“, doch richtig laut wurde es in einem anderen Zusammenhang. Dass die Bürger ihr Streumaterial selbst kaufen müssen, bringt den einen oder anderen ziemlich in Rage.

Das Erstaunliche am bürgerlichen Zorn: Eigentlich gilt diese Regelung schon seit dem Zusammenschluss der Teilgemeinden vor 32 Jahren, doch offenkundig hatten sich bisher einige aus den gemeindlichen Splitkisten bedient, um die Gehwege vor ihrem Haus rutschfester zu machen. Dies jedoch thematisierte der Gemeinderat in seiner Dezembersitzung ausdrücklich, betonte die Eigenverantwortung der Bürger und erntete dafür jetzt das Unverständnis einiger Versammlungsteilnehmer.

Wenig Verständnis haben etliche Alsmooser und Petersdorfer offenbar auch für Bürgermeister Johann Settele und sein Verhalten in der Schulfrage. Im Zuge der Diskussion hatte unter anderem Ex-Gemeinderat Hermann Reinthaler Settele scharf attackiert. Dieser habe „praktisch nichts getan“, um den Alsmooser Schulstandort zu halten – ohne die eigens gegründete Interessensgemeinschaft hätte sich gar nichts bewegt. Er, Reinthaler, sei als Gast in einer Gemeinderatssitzung gewesen, in der es ausschließlich darum gegangen sei, welche der beiden Schulen man dichtmachen solle. „Ich kann nicht verstehen, dass man so lange untätig geblieben ist. Da hätte man doch auf die Barrikaden gehen müssen.“

Ähnliche Töne, wenn auch deutlich moderater, waren zuvor von Stephan End gekommen. End, einer der schärfsten Kritiker Setteles im Gemeinderat, hatte ebenfalls mehr Aktionen seitens der Gemeinde eingefordert. „Wir haben den Beschluss gefasst, beide Schulen erhalten zu wollen und wir sollten jetzt nicht einfach stillhalten.“ Unterstützung erfuhren End und Reinthaler von den ehemaligen Gemeinderäten Christoph Rainer und Josef Langenegger, die beide unisono darauf verwiesen, dass es sich beim Thema „Schulschließung“ schließlich um „politische Entscheidungen“ handele, die man auch entsprechend beeinflussen könne und solle. „Da geht man eben mal ins Kultusministerium und findet dort deutliche Worte“, so Langenegger. Gerade Schulen auf dem Land hätten es ohnehin schwerer als die städtischen Einrichtungen und „man kann doch den ländlichen Raum nicht einfach so vor die Hunde gehen lassen.“ Ins selbe Horn stieß Christoph Rainer, der anregte, dass sich mehrere Bürgermeister ländlicher Gemeinden zusammentun sollten, um bei der Regierung Druck zu machen. „Städtische Schulen können es kompensieren, wenn mal ein paar Schüler weniger da sind. Dann gibt es halt ein Jahr mal nur zwei erste Klassen. Bei uns steht dann gleich die Existenz der ganzen Schule auf dem Spiel, und das ist nicht gerecht. Man kann doch nicht immer alles über einen Kamm scheren.“

Settele selbst gab sich am Donnerstagabend eher zurückhaltend. Zwar versicherte er mehrfach, sich um den Erhalt beider Schulen stets bemühen zu wollen, doch bekundete er erstmals auch öffentlich Verständnis für die Position seines Aindlinger Amtskollegen. „Tomas Zinnecker ist der Meinung, dass es in allen drei VG-Gemeinden, also in Todtenweis, Aindling und Petersdorf, jeweils eine Schule geben sollte“, so Settele und diese Einstellung sei aus Aindlinger Sicht durchaus verständlich. Zumal die Aindlinger und Todtenweiser anhand der Geburtenzahlen selbst momentan befürchten müssten, dass es in ihren Gemeinden nicht genügend Kinder für zwei erste Klassen gebe. Schon deshalb, so Settele zwischen den Zeilen, müsse man Verständnis dafür aufbringen, dass die Aindlinger Wert darauf legten, die Kinder aus ihren Ortsteilen Neßlach, Hausen und Weichenberg nicht mehr in Alsmoos, sondern in Aindling beschulen zu lassen.

Er selbst, so der Bürgermeister, könne sich nicht recht vorstellen, „dass Demonstrationen in München etwas bringen.“ Die Regierung von Schwaben habe ein Gespräch für Anfang Februar angekündigt – ein konkreter Termin sei ihm jedoch bislang nicht bekannt.



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Veröffentlicht am 28.01.2011 16:57 Uhr




 

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