Petersdorf    

Miete verdrießt Petersdorfer

Aindling – Dass es nicht ganz billig werden würde, hatten alle geahnt. Doch dass durch den Umzug der Verwaltungsgemeinschaft Aindling ins neue Rathaus des Marktes die Pro-Kopf-Umlage der VG gleich auf 99,45 Euro ansteigt, sprengte für den einen oder anderen den Rahmen. Als es um die neuen Mietkosten ging, fiel das Abstimmungsergebnis im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung dann auch keineswegs einstimmig aus – drei VG-Delegierte stimmten dagegen. Aus den Andeutungen mehrerer Beteiligter kann geschlossen werden, dass es sich um die drei Petersdorfer im Gremium gehandelt haben muss.

Petersdorfs Bürgermeister Johann Settele wollte dann auch gar nicht groß drumherum reden. Zwar kommentiere er nicht-öffentliche Entscheidungen in aller Regel nicht, doch sei eine Mieterhöhung von bisher 25 000 auf nunmehr 75 000 Euro „schon ganz schön happig“. Er selbst hätte es gerne „ein wenig günstiger“ gehabt, wobei er nicht verkennen wolle, „dass wir nun natürlich auch eine Verdoppelung der zur Verfügung stehenden Fläche auf über 900 Quadratmeter haben“. Habe man deshalb aber den Mietpreis gleich verdreifachen müssen? „Wir sind nun einmal eine der finanzschwächsten Gemeinden im Landkreis und ich sage es ganz offen: Ich wäre mit der Miete nicht so hoch eingestiegen.“ Die Gemeinde Todtenweis, so Settele weiter, tue sich da entschieden leichter, denn „dort hat man ja ein Vielfaches an Gewerbesteuereinnahmen“.

Thomas Riß, Bürgermeister der angesprochenen Gemeinde Todtenweis, will das gar nicht leugnen. „Natürlich sind das auch für uns ein paar Tausend Euro mehr, aber es stimmt selbstverständlich auch, dass wir das vielleicht ein bisschen leichter stemmen als die Petersdorfer.“ Überrascht ist Riß von der deutlichen Mieterhöhung durch die Aindlinger VG-Gastgeber nicht, denn „im Prinzip haben wir das schon vor einem Jahr beschlossen, als wir das Raumprogramm festgelegt haben.“ Zudem müsse man natürlich in Rechnung stellen, dass es für die Angestellten nun deutlich bessere Arbeitsbedingungen gebe. „Das hat seinen Preis, aber auch seinen Wert.“ Im Übrigen, so Riß weiter, hätte man eher über kurz als über lang auch das bisherige VG-Gebäude gründlich sanieren müssen, und „das hätte ebenfalls viel Geld gekostet und die Umlage in die Höhe getrieben.“ Abschließend hofft der Todtenweiser Bürgermeister, dessen Gemeinde mit 18,99 Prozent – gemäß den aktuellen Einwohnerzahlen – an den VG-Kosten beteiligt ist, „dass in den kommenden Jahren schon sehr genau darauf geachtet wird, dass es keine weiteren Steigerungen mehr gibt.“

Davon geht sein Aindlinger Amtskollege Tomas Zinnecker aus. Dessen Marktgemeinde ist mit 58,54 Prozent an den Umlagekosten beteiligt und trägt damit den Löwenanteil – hat aber naturgemäß auch den größten Nutzen vom neuen Haus. Während der Sitzung sprach Zinnecker deshalb auch davon, dass man selbstverständlich darauf achten werde, die Umlage nicht weiter ansteigen zu lassen, dass die Sprünge der vergangenen Jahre allerdings unvermeidbar gewesen seien. Im von Kämmerin Sabine Funk ausgestellten Vorbericht zum aktuellen Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft war es schwarz auf weiß nachzulesen: Zwischen 2006 und 2009 war die Umlage über drei Jahre hinweg kontinuierlich gesunken – von 591 000 auf knapp 524 000 Euro, was pro Einwohner 70,44 Euro bedeutet hatte. Im Haushalt 2010 jedoch kamen die fürs neue Rathaus anzuschaffenden Möbel dazu – flugs stiegen die Kosten auf 711 000 Euro. Und 2011 wird eben erstmals die neue Miete fällig, was zu einer Umlage von rund 682 000 Euro führen wird – die eingangs zitierten 99,45 Euro pro Kopf.

Von Pat Lauer



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Veröffentlicht am 26.11.2010 17:32 Uhr




 

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