Petersdorf    

Kampf um Schule geht weiter

Petersdorf – Das erste Etappenziel ist erreicht, doch darauf will sich die Interessengemeinschaft für den Erhalt der Alsmooser Grundschule offenbar nicht ausruhen. Katrin Reinthaler und Thomas Schaffelhofer Reinthaler veröffentlichten jetzt zum einen Briefe der Landtagsabgeordneten Dr. Simone Strohmayr, zum anderen präsentierten sie Unterschriftenlisten, die unter anderem auch an die Regierung von Schwaben übersandt wurden.

Einen knappen Monat nachdem der Petersdorfer Gemeinderat entschieden hat, sich weiterhin für den Erhalt beider Grundschulen im Gemeindegebiet einzusetzen, will die Interessengemeinschaft den Druck auf die Verantwortlichen noch einmal erhöhen. Thomas Schaffelhofer Reinthaler präsentierte jetzt Unterschriftenlisten, auf denen 89 Bürgerinnen und Bürger aus den Aindlinger Ortsteilen Neßlach, Weichenberg und Hausen sowie stattliche 178 Einwohner des Pöttmeser Ortsteils Gundelsdorf mit ihrer Signatur bestätigten, dass die von den Marktgemeinden Aindling und Pöttmes beantragte Änderung des Schulsprengels zu Lasten der Alsmooser Grundschule „über ihren Kopf hinweg“ erfolgt sei. Man sei nicht damit einverstanden, die Schulkinder künftig nach Pöttmes oder Aindling zu schicken, sondern wolle diese weiterhin in der Alsmooser Schule unterrichtet sehen. Neben zahlreichen Eltern haben sich auf den Listen auch schulpflichtige Kinder eingetragen.

Klar Stellung zugunsten der Alsmooser Schule bezieht auch die Landtagsabgeordnete Dr. Simone Stromayr (SPD). Sie verfasste Briefe an den Petersdorfer Bürgermeister Johann Settele sowie an den schwäbischen Regierungspräsidenten Karl Michael Scheufele, worin sie sich für den „gleichwertigen Erhalt der Grundschulen in Alsmoos und Willprechtszell“ ausspricht. Strohmayr schreibt, sie halte das Einsparungspotenzial durch Schulschließungen für „meist recht spekulativ“, denn schließlich entstünden höhere Fahrtkosten durch weitere Schulwege. Zudem müssten die tatsächlichen Entwicklungen der Schülerzahlen sowie „sozial-räumliche Faktoren ebenso hinreichend berücksichtigt werden“. Abschließend spricht sich die Abgeordnete für eine Prüfung aus, ob die Standorte eventuell durch jahrgangsübergreifende Klassen erhalten werden könnten. Einen kleinen Seitenhieb hat Strohmayr für den aktuell im Urlaub weilenden Bürgermeister Johann Settele parat: „Da es mir in der entsprechenden Gemeinderatssitzung leider nicht gestattet war, mich zu Wort zu melden, möchte ich dies hiermit nachholen und zugleich betonen, dass es mir nicht – wie von Ihnen unterstellt – um Parteipolitik geht, sondern um eine sachbezogene Problemlösung.“

Wie Thomas Schaffelhofer Reinthaler auf Anfrage bestätigte, habe man seitens der Interessengemeinschaft darauf gehofft, mit dem zuständigen Beamten der Regierung von Schwaben ein Gespräch führen zu können. Dies sollte der stellvertretende Petersdorfer Bürgermeister Richard Brandner vermitteln. „Bisher hat es noch nicht geklappt, aber wir haben eine Zusage, dass es prinzipiell möglich sei.“ Allerdings, so Thomas Schaffelhofer Reinthaler einschränkend, habe der Zuständige erklärt, er dürfe und wolle sich aus Verfahrensgründen nicht zur konkreten Petersdorfer Fragestellung äußern. Immerhin jedoch bot er ein Informationsgespräch an, um die Vorgehensweise der Regierung in derartigen Fragen zu erläutern. „Das wäre für uns auch durchaus interessant“, so Schaffelhofer Reinthaler.

Von Pat Lauer



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Veröffentlicht am 22.11.2010 17:05 Uhr




 

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