Petersdorf    

Veto gegen Schlamperei

Petersdorf – Die Gemeinde Petersdorf wird zukünftig nur noch vollständig eingereichte Bauanträge behandeln. Wie Bürgermeister Johann Settele in der Gemeinderatssitzung am Montagabend erklärte, seien zuletzt immer häufiger unvollständige Unterlagen eingereicht worden, und wenn der Antrag dann nicht behandelt wurde, sei man beim Bauwerber oft auf Unverständnis gestoßen.

„Ich weiß nicht, woran das liegt“, erklärte Settele gegenüber der AICHACHER ZEITUNG: „Schließlich wissen die Planer doch nicht erst seit gestern, dass gebaut werden soll, und wenn dann bei den Anträgen große Teile der notwendigen Unterlagen fehlen, ist das wohl Schlamperei.“ In Zukunft werde man die unvollständigen Unterlagen sofort zurücksenden und sich des betreffenden Antrags erst annehmen, wenn die Papiere komplett sind.

Einstimmig war zuvor ein Bauvorhaben von Christian Mair und Christine Schalk genehmigt worden. Das Paar wird ein bestehendes Gebäude in der Axtbrunner Flurstraße 5 abbrechen lassen und dort ein neues Einfamilienhaus mit Doppelgarage errichten.

Keine guten Nachrichten hatte Settele bezüglich der DSL-Versorgung im Gemeindegebiet. Nachdem man im vergangenen Jahr den Vertrag mit Breitband-Anbieter m-vox abgeschlossen habe, sei man von einer flächendeckenden DSL-Versorgung bis August ausgegangen. Dieses Datum könne wohl nicht mehr gehalten werden – schuld sei, so Settele, eine fehlende Zustimmungserklärung der Telekom. Die Verantwortlichen bei m-vox hätten ihn wissen lassen, dass man seitens der Telekom mauere, denn für die notwendige Überlassung der Leitungen benötige man das schriftliche Einverständnis des Branchenriesen.

Walter Krenz, als Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Aindling federführend in Sachen DSL, sieht die Angelegenheit allerdings etwas differenzierter. Zwar könne er eine Verzögerungstaktik der Telekom nicht grundsätzlich ausschließen, doch sei er auch mit der Kommunikation mit m-vox alles andere als zufrieden. „Es ist fast unmöglich, vom Unternehmen konkrete Gründe für die Verzögerung zu erhalten“, so Krenz, der betonte, dass vor allem für den verzögerten Abschluss der Verträge m-vox selbst verantwortlich gewesen sei. „Nach meinen Informationen ist damit zu rechnen, dass die Breitbandversorgung frühestens im Oktober zur Verfügung stehen wird.“ Damit jedoch möchte Johann Settele sich nicht abfinden. Um die Verantwortlichkeit zu klären und eventuell der Telekom auf die Finger schauen zu können, hat er dem Bundestagsabgeordneten Eduard Oswald einen Brief geschrieben. Grund: Dieser sei auch im Beirat der Bundesnetzagentur und sitze damit an der Quelle der Informationen.

Im weiteren Verlauf der Gemeinderatssitzung gab Settele bekannt, dass die Kanalbauarbeiten in der Amselstraße angelaufen seien und zügig voran gingen. Nach deren Abschluss werde es eine 14-tägige Pause geben und anschließend gehe es auf der Kreisstraße weiter. „Die Kreisstraße wird ab Mitte August wohl für einen Monat gesperrt“, so Settele – die ausgeschilderte Umleitung werde über die Gebersorfer Kreuzung führen. Im Zuge der Kanalarbeiten werde auch die Querungshilfe mit gebaut.

Von Pat Lauer


Veröffentlicht am 20.07.2010 17:25 Uhr


 

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