Petersdorf    

Strom vom Schuldach

Petersdorf - Kommendes Jahr soll die Grundschule in Willprechtszell saniert werden (wir berichteten). In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat in Petersdorf mit der Frage, ob in diesem Rahmen auch gleich eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach angebracht werden sollte, um Solarstrom zu erzeugen. Peter Mießl von der Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) Neuburg/Schrobenhausen/Aichach/Eichstätt informierte den Gemeinderat über mögliche Varianten einer Zusammenarbeit zu diesem Zweck.

Die derzeit 320 Mitglieder der BEG realisieren unter anderem Photovoltaik-Freiflächen, Windkraftanlagen, Nahwärme-Netze, kalte Nahwärme, Biomasseheizkraftwerke, Solar-Carports und Photovoltaik-Projekte auf Gebäudedächern. "So ähnlich könnte es bei euch auch laufen", erklärte Peter Mießl. "Erneuerbare Energie in Bürgerhand" will die BEG ermöglichen. So ist es zum Beispiel vorstellbar, dass sich neben den Mitgliedern auch Bürger als Investoren einbringen, die dann wiederum Zinsen auf ihr beigesteuertes Darlehen erhalten. Die nutzbare Dachfläche auf der Willprechtszeller Schule beträgt rund 500 Quadratmeter. Die Solaranlage darauf könnte maximal 65 kWp (Kilowatt peak) an Leistung erbringen.
Die mögliche Jahresstromerzeugung betrüge 61.750 Kilowattstunden (kWh). Im vergangenen Jahr verbrauchte der Schulbetrieb 11.065 kWh, es entstanden Kosten in Höhe von 2840 Euro. Der Strompreis betrug zuletzt rund 26 Cent pro kWh. Seit 2015 sind die Stromkosten um rund 20 Prozent gestiegen, wie Peter Mießl darlegte. Er erklärte, dass es sich bei regenerativer Energie mittlerweile um die billigste Form des Strombezugs handle. Man käme auf einen Strompreis von rund zehn Cent pro kWh.
Mit rund 60.000 Euro an Kosten für die Planung und Umsetzung rechnet Mießl. Für die Gemeinde wären folgende Varianten der Zusammenarbeit mit der BEG möglich: Zum einen die Verpachtung der Dachfläche an die Genossenschaft zur Errichtung einer Photovoltaik-Anlage mit dem Zweck der Volleinspeisung, mit Beteiligung am Verkauf des erzeugten Stroms mir drei Prozent. Beim Rückpachtmodell pachtet die Gemeinde die Anlage von der BEG für 20 bis 30 Jahre und nutzt so den Strom vorrangig selbst und kann Überschüsse einspeisen. Eine dritte Möglichkeit wäre die Projektierung, bei der die Gemeinde die BEG lediglich mit der Planung und Konzeption beauftragt und sich um die Umsetzung eigenständig kümmert.

Von Nayra Weber


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Veröffentlicht am 04.12.2018 23:00 Uhr




 

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