Obergriesbach    

Egal, ob Aichach oder Friedberg

Obergriesbach – Wohin mit dem Kind, wenn es die mittlere Reife machen möchte? Diese Frage ist nun auch in Obergriesbach geklärt. Einstimmig beschlossen die Räte am Mittwochabend dem Mittelschulverbund Friedberg Land beizutreten.

Obergriesbach ist im Schulverband mit Dasing. Die Kinder besuchen dort auch die Hauptschule. Da Dasing keinen M-Zweig hat, trat man dem Mittelschulverbund Friedberg Land bei. Vergessen wurde damals allerdings, auch die Zustimmung Obergriesbachs einzuholen. Dadurch war bislang unklar, wo die Mädchen und Buben die Mittelschule besuchen dürfen. Mit dem jetzigen Beitritt hat sich das geändert. Wie Schulamtsdirektor Alois Lechner bei einer Informationsveranstaltung, die direkt vor der Gemeinderatssitzung stattfand, mitteilte, gehört Obergriesbach nun zum Schulsprengel Friedberg. Das heißt, die Mädchen und Buben müssen, wenn sie die mittlere Reife machen möchten, eigentlich nach Friedberg in die Schule gehen. Allerdings wurde hier eine Ausnahmeregelung eingeführt: Auf Antrag dürfen die Obergriesbacher Kinder auch die Mittelschule in Aichach besuchen. „In dieser Sache war das Schulamt großzügig“, erklärte Lechner. Ausschlaggebend dafür seien hauptsächlich fahrtechnische Gründe gewesen. „Es ist einfacher von Obergriesbach nach Aichach zu fahren als nach Friedberg“, betonte Lechner. Davon haber er sich von Bürgermeister Josef Schwegler überzeugen lassen.

Die Obergriesbacher Eltern haben also die Wahl, ob ihre Kinder die mittlere Reife in Aichach oder Friedberg machen sollen.

Einen Haken hat die Sache doch: „Der Standort Friedberg darf dadurch nicht gefährdet werden“, hob Lechner hervor. Der Schulamtsdirektor sieht dafür aber keine Gefahr. „Es gibt keinen Grund zur Sorge und keine Anzeichen, dass Friedberg in den nächsten Jahren die nötigen Schülerzahlen nicht erreichen wird.“

Die Ausnahmeregelung gilt aber nicht für Mädchen und Buben, die eine Praxis-Klasse besuchen. Hier ist Friedberg als Schulstandort vorgeschrieben. Lechner könne sich aber durchaus vorstellen, dass es auch hier bei einem entsprechenden Antrag eine Ausnahmereglung geben könnte.

Bereits im Vorfeld machte Alois Lechner nochmals die Entwicklung der Hauptschulen deutlich. Aus demografischen Gründen, „die Schülerzahlen gehen bayernweit deutlich zurück“, sei die Einführung der Schulverbünde nötig geworden. Dabei stellte der Schulamtsdirektor deutlich heraus: „Die Hauptschulen sind nicht so schlecht wie ihr Ruf.“



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Veröffentlicht am 03.03.2011 17:54 Uhr




 

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