Obergriesbach    

Jahr der Grenzerfahrungen

Obergriesbach – Traditionell findet die Weihnachssitzung des Obergriesbacher Gemeinderates unterm großen Christbaum im Gemeinschaftshaus statt. So war es auch am Dienstagabend. Bürgermeister Josef Schwegler hatte dazu Mitarbeiter der Gemeinde, Elternbeiräte und Ehrengäste eingeladen. Im Mittelpunkt stand sein Rückblick auf das abgelaufene Jahr.

<p>Jahr der Grenzerfahrungen </p>

„Die Bürger in Zahling können aufatmen. Endlich führt eine Lkw-Umfahrung seitlich an Zahling vorbei“, betonte Schwegler. Die Erstellung des Unterbaus, das Herrichten der Bankette inklusive der Materialkosten übernimmt die Firma Schmuttermair aus Dasing. Die Gemeinde Obergriesbach muss lediglich die Kosten für Planung und Asphaltierung übernehmen.

Nur kurz ging Schwegler auf den Bürgerentscheid zur Schulhaussanierung und dessen Nutzung als Rathaus ein. Am Sonntag, 20. Februar, wird darüber abgestimmt, ob der Gemeinderatsbeschluss vom 5. Oktober aufgehoben wird. Schwegler hofft auf große Wahlbeteiligung und wies auch auf die Möglichkeit der Briefwahl hin.

Die geplante Gründung eine Mittelschulverbundes Dasing, Sielenbach und Friedberg bringt nach Ansicht Schweglers „einige Probleme“ für die Obergriesbacher Schüler. So müssten die Mädchen und Buben, die die mittlere Reife machen möchten, künftig nach Friedberg in die Schule gehen. Bisher besuchten sie den M-Zweig in Aichach. Wie Schwegler betonte, soll dies auch so bleiben. „Es sind also noch einige Verhandlungen zu führen, um den Schülern die Wahl der Schule zu überlassen.“

„Bedauerlich“ sei es auch, dass nach über 250 Jahren die Obergriesbacher Schule geschlossen werden musste. Durch die sinkenden Schülerzahlen habe es jedoch keine andere Möglichkeit gegeben. Für die Lehrerinnen und Lehrer sei es allerdings eine „wesentliche Erleichterung, weil sie nicht mehr zwischen den beiden Schulhäusern in Obergriesbach und Griesbeckerzell pendeln müssen“.

Zum Schluss seiner Ausführungen hatte Bürgermeister Schwegler noch die „angenehme Aufgabe“ Ehrungen vorzunehmen. Geehrt wurden Onkel und Nichte, Wolfgang und Stephanie Reinhardt. Der ehemalige Gemeinderat Wolfgang Reinhardt hat Berthold Schmitt geholfen, das Gemeindearchiv Obergriesbach aufzubauen. Da Chefarchivar Schmitt nach einem Unfall ans Krankenbett gefesselt war, konnte nur Reinhardt die Auszeichnung entgegennehmen. Stephanie Reinhardt gehört zu den besten Nachwuchsingenieuren Bayerns im Bauwesen. Für ihre Diplomarbeit, die sich mit der Verankerung von Stahlkonstruktionen im Beton beschäftigt, wurde sie vom Ministerium mit einem Preis gewürdigt, der mit 2000 Euro dotiert ist. Von der Gemeinde bekam sie als „Dankeschön“ eine Obstschale. Für beide Auszeichnungen gab es stürmischen Applaus.

Das Schlusswort hatte Zweiter Bürgermeister Hans Greppmeier, der Bürgermeister Schwegler für seinen Einsatz und sein Engagement für die Gemeinde lobte. Greppmeier stellte seinen Rückblick unter das Schlagwort „Grenzerfahrungen“. So habe der Gemeinderat erfahren müssen, dass die Bürger nicht alle Entscheidungen hinnehmen, er sei an seine Grenze gestoßen, spielte er auf den Bürgerentscheid an. Auch bei der Einführung des schnellen DSL habe der Gemeinderat seine Grenzen erreicht. „Wir wollten es früher haben, waren aber von dritten abhängig“, betonte er. Greppmeier kritisierte, dass einige Bürger den Respekt vor dem Amt des Bürgermeister vermissen lassen. Er meinte damit die üblen Gerüchte, die Schweglers Gesundheitszustand betrafen (wir berichteten). „Das ging weit unter die Gürtellinie“, hob Greppmeier hervor.

Bevor das Essen aufgetischt wurde, mussten die Räte freilich noch etwas arbeiten:

• Einstimmig wurde der Zuschussantrag des Tennisclubs Obergriesbach genehmigt. Der Verein bekommt für seine 36 Jugendlichen einen Zuschuss von je zehn Euro.

• Nach zweijähriger Pause bekommen die Dorfhelferinnen und Betriebshelfer im Landkreis Aichach-Friedberg einen Zuschuss in Höhe von 197,40 Euro. Das sind zehn Cent pro Einwohner.

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Veröffentlicht am 15.12.2010 17:30 Uhr




 

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