Stress für Freizeitfreunde
Obergriesbach – Dunkle Wolken ziehen über den Freizeitfreunden Zahling auf. Wie eine Überprüfung des Landratsamtes ergeben hat, ist ihr schmuckes Häuschen zwischen Zahling und Pfaffenzell ein Schwarzbau.
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Mit der Erstellung eines Bebauungsplanes könnte ihn die Gemeinde legalisieren. Mindestens die Hälfte der etwa 40 Mitglieder waren deshalb am Dienstagabend zur Gemeinderatssitzung aufmarschiert, um der Entscheidung der Räte beizuwohnen. Sie kamen umsonst. Entschieden wird erst nach einer gemeinsamen Ortsbesichtigung mit Vertretern des Landratsamtes. Sieben Räte stimmten dafür, fünf dagegen.
Der Reihe nach: Vor 20 Jahren haben junge Leute die Hütte gebaut. Mit den Jahren hat sich dort eine regelrechte Freizeitkultur-Oase entwickelt, die gut angenommen wird. Da es landkreisweit immer wieder Probleme mit solchen Hütten gab, wurde nach Rücksprache mit den Bürgermeistern ein so genannter Bestandschutz erlassen. Das heißt, das bestehende Gebäude darf nicht erweitert werden.
Die Mitgleider der Freizeitfreunde, die zum großen Teil noch zu den Erbauern des Jugendtreffs gehören, hielten sich nicht daran. Da der Platz immer enger wurde, wurde in den vergangenen zwei Jahren bewusst Schritt für Schritt angebaut. Zuletzt kam eine mächtige Pergula hinzu. Aufgeflogen ist der Schwarzbau durch eine Routinekontrolle aller Hütten im Wittelsbacher Land durch das Landratsamt.
Am Dienstagabend stellte Bürgermeister Josef Schwegler nun die Folgen dar. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir erstellen einen Bebauungsplan oder die Hütte muss zurückgebaut werden.“ Insbesondere Thomas Higl machte sich für den Erhalt des Treffpunktes, so wie er jetzt ist, stark. „Was passiert, wenn wir es einfach weiter laufen lassen?“ wollte er wissen. „Die ist doch so weit draußen und es funktioniert alles reibungslos.“ Schwegler ließ keine Zweifel aufkommen: „Schwarzbau bleibt Schwarzbau. Und wenn wir nicht tätig werden, schreitet das Landratsamt ein.“
Auch Johann Dallinger und Lorenz Mahl sprachen sich für den geselligen Treffpunkt aus. „Das ist eine aufgeräumte und ordentliche Sache“, betonte Dallinger. Dagegen konnte sich Alfred Obermair nicht für einen Bebauungsplan erwärmen. Josef Horlet gab zu bedenken, dass die Freizeitfreude nicht unbewusst erweitert hätten, „was die Gemeinde nun richten soll“. Zudem gebe es noch zwei weitere Jugendtreffs in Zahling, die auf dieselbe Weise anbauen könnten. „Motto: Frechheit siegt“. Auch er fand keinen Gefallen für die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Anders sah es Reiner Insam: „Wir stülpen einfach einen Bebauungsplan über ein bestehendes Gebäude.“ Damit wäre seiner Meinung nach die Sache erledigt. Aber so einfach ist es nicht. Mit dem Bebauungsplan muss auch der Flächennutzungsplan geändert werden.
Bürgermeister Schwegler machte den Freizeitfreunden keine großen Hoffnungen, dass sich die Lage nach dem Ortstermin ändern werde. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“
Glücklich über den Ortstermin sind die Freizeitfreunde nicht. Sie hätten lieber sofort die Aufstellung eines Bebauungsplanes gehabt. Die dafür anfallenden Kosten in Höhe von 3000 bis 6000 Euro hätten sie gerne übernommen.
Von Alfred Haas
Veröffentlicht am 10.03.2010 16:02 Uhr
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