Obergriesbach    

Kindergartengruppe im alten Schulhaus

Obergriesbach - Ansprechende Planungen von der Kindergarten-Erweiterung in Obergriesbach hat das Architekturbüro Schrammel erstellt. Daran hatten die Gemeinderäte nichts auszusetzen, als ihnen am Dienstagabend Martin Geck zeigte, was den Architekten so vorschwebt. Allerdings hatte die Sache einen Haken. Mit dem Kindergarten soll auch die alte Schule aufgefrischt werden, und das kostet viel Geld, Geld, das die Obergriesbacher offensichtlich nicht haben.


Weil der neue Kindergarten schon zu klein ist, ehe er fertig war, wurde eine Erweiterung dringend notwendig. "Das Problem sind nicht mehr Kinder, sondern dass sie immer jünger in den Kindergarten gehen", erklärte Bürgermeister Josef Schwegler mehrfach. Ein Gruppenraum für 25 Mädchen und Buben und ein Gruppenraum für zwölf Krippenkinder soll daher im Untergeschoss des alten Schulhauses entstehen. Der Auftrag an die Planer lautete: "Es darf keinen Standardunterschied zum Neubau geben." Laut Martin Geck könne das mit einigen wenigen Eingriffen in die Bestandsräume erledigt werden. Die Architekten wollen mit einer "großzügigen Verglasung" arbeiten. Große Fenster sollen die Räume hell und freundlich machen. Ferner ist daran gedacht, dass man aus den Gruppenräumen direkt zu der ebenfalls großzügig angelegten Terrasse und auf die Freispielfläche kommt. Die Gruppenräume sollen auf kurzen Wegen erreicht werden. Alles zusammen ergibt eine angenehme Aufenthaltsqualität, ist der Planer überzeugt. "Die Kinder sollen sich entspannen können." Zum Schutz der Kinder wird die Außenanlage eingezäunt, der Haupteingang mit Sprechanlagen und Video überwacht.
So weit, so gut. Als Martin Geck allerdings der alten Schule quasi aufs Dach stieg und die über 50 Jahre alten Ziegel erneuern und das Dach neu einlatten wollte, wurden die ersten Räte hellhörig. Für die Wärmedämmung seien intakte Dachziegel "sehr wichtig", begründete der Architekt. Geck ging noch weiter: "Die Rolllädenkästen sind überhaupt nicht gedämmt". Die seien nicht mehr zeitgemäß. Im Erdgeschoss soll der Sitzungssaal bleiben wie er ist. Aber die Sanitäranlagen sollen umgebaut und ein Behinderten-WC bekommen. Außerdem plant Geck, einen Besprechungsraum einzurichten. Nach den Ideen der Architekten wird das Obergeschoss analog des Erdgeschosses ausgebaut, "aber ohne Behinderten-WC". Für die Außenmauern ist eine Dämmfassade vorgesehen. Zum Schluss empfahl Geck den Räten darüber nachzudenken, ob das Dach mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet wird.
Lorenz Mahl meldete sich als erster zu Wort: Auf gar keinen Fall, das wird ja wieder ein Millionenprojekt", entrüstete er sich. Neue Fenster und eine neue Heizung ja, das hatten die Räte schon beschlossen. Aber alles andere sei finanziell nicht überschaubar. Auf die Kosten angesprochen musste Geck tatsächlich passen: "Die haben wir noch nicht errechnet." Bevor eine Entscheidung gefällt wird, forderte Hans Willer eine interne Beratung, "damit wir wissen, was wir wollen". Erst dann könne man über Zahlen sprechen. Die Kostenfrage bescherte den meisten Räten Bauchweh.
Lediglich Tassilo Drobek konnte sich vorstellen, das Projekt anzupacken, "wenn es in mehreren Etappen umgesetzt wird". Bürgermeister Josef Schwegler wies darauf hin, dass die Zeit drängt. Schließlich müsse eine Gruppe ausgelagert werden, was nicht optimal sei. Zudem müsse man eine Baugenehmigung einholen und die Arbeiten ausschreiben, wenn auch nicht europaweit. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass die bereits bewährten Firmen einfach weiterarbeiten. "Das geht nicht, weil der Bau des neuen Kindergartens abgeschlossen ist", teilte Schwegler mit. Auch mit Zuschüssen sei kaum zu rechnen, weil es für den Neubau bereits über eine Million Euro Fördermittel gibt.
Wie es jetzt weiter geht, wollen die Gemeinderäte zunächst unter sich diskutieren. Und vermutlich könnte es auch eine Bürgerinformation geben, weil man einem erneuten Bürgerentscheid wohl aus dem Weg gehen will.

Von Alfred Haas


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Veröffentlicht am 07.11.2018 23:00 Uhr




 

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