Skifahren    

Andreas Rottmair wird im Nebel Ski-Landkreismeister

Aichach - Der Samstag ließ sich so gut an mit strahlendem Sonnenschein. Als aber um Viertel nach zehn die ersten Kinder bei der Ski-Landkreismeisterschaft auf die Piste geschickt werden sollten, zog in der Wildschönau dichter Nebel auf. Und der wollte sich in den nächsten Stunden partout nicht mehr verabschieden. Deshalb standen die Titelrennen, die wie gehabt im Riesenslalom ausgetragen wurden, mehrfach vor einem Abbruch. Es dauerte bis um drei Uhr nachmittags, ehe alle Starter die 27 Tore mehr oder weniger erfolgreich bewältigt hatten. 77 kamen in die Wertung. "Angesichts des Nebels konnten wir auch nur einen Durchgang absolvieren", sagte Johannes Kraus, der Vorsitzende des Skiclubs Mering, der heuer für die Ausrichtung zuständig war.

Roman_Haberl_3Platz

Bei den Herren kam Andreas Rottmair vom SC Aichach in 39,50 Sekunden am schnellsten den Hang hinunter. Zweiter wurde mit 18 Hundertstelsekunden Rückstand Daniel Ruisinger (39,68) von den Grubetfreunden, Dritter sein Vereinskamerad Roman Haberl (40,82.). Daniel, 24, ist der älteste der drei Ruisinger-Brüder. Er ärgerte sich zwar über den knapp verpassten Sieg, rettete aber wenigstens die Familienehre. Simon, 22, der Titelverteidiger, war nicht am Start; er spielte lieber Fußball für den TSV Hollenbach gegen Haunstetten. Jonas, der Jüngste, der vor drei Wochen die Aichacher Stadtmeisterschaft gewonnen hatte, schied nach einem Torfehler aus. "Es war nicht mein Tag", räumte der 19-Jährige ein. Als ihm am fünften Tor seine Brille weggerissen wurde, war das Rennen für ihn gelaufen.
Für Andreas Rottmair, der durchaus zum Favoritenkreis gehörte, war es der zweite Landkreistitel nach 2015. Der 22-Jährige kommt aus Augsburg, "aber er hat bei uns das Skifahren gelernt", betont Birgit Rümmelein, die Chefin des Skiklubs im TSV Aichach. "Ich war schon überrascht von meinem Sieg", bekannte Andreas Rottmair gestern Mittag am Telefon, "aber es ist halt prima gelaufen für mich. Vor allem über die kritische Stelle bin ich gut drüber gekommen." Rottmair, der nach Abschluss seines Mode-Management-Studiums in Nagold (bei Stuttgart) auf Jobsuche ist, hatte dabei die Kuppe etwa zehn Tore vor dem Ziel im Sinn, die vielen Probleme bereitete.
Birgit Rümmelein wurde in der Damenkonkurrenz in 44,77 Sekunden Zweite hinter Claudia Wiedholz (Grubetfreunde/ 44,05), die ihren Vorjahressieg wiederholte. Dritte wurde die Schülerin Carina Bauch (Grubetfreunde/45,45). Pech hatte Claudia Wiedholz' Tochter Isabell, die bei der Stadtmeisterschaft hinter ihrer Mutter Zweite geworden war. Die 16-Jährige war eindeutig auf Titelkurs, als ihr die ominöse Kuppe zum Verhängnis wurde. "Die Jüngeren riskieren einfach mehr, während wir Ältere bei diesen Bedingungen eher mit angezogener Handbremse fahren", erklärte Birgit Rümmelein, die wie Claudia Wiedholz zur Kategorie Damen 41 gehört, den wesentlichen Unterschied zwischen den Generationen.
Johannes Kraus haderte natürlich mit der Nebelsuppe, wegen der die Rennen aus Sicherheitsgründen mehrfach unterbrochen werden mussten. "Mal hat man vier Tore weit gesehen, dann gerade mal eins", erklärt der SCM-Frontmann, der als Vorläufer unterwegs war, den binnen kürzester Zeit wechselnden Ausblick. "Bei den Damen war die Sicht noch einigermaßen in Ordnung", meinte Birgit Rümmelein. Jonas Ruisinger bedeutete, so mies der Nebel auch gewesen sei, für die Sieganwärter bei den Herren seien die Voraussetzungen gleich (schlecht) gewesen.
Die Piste in Auffach sei "hervorragend präpiert" gewesen, sagte Kraus, und Toni Bachmann (SCA) habe wieder einmal einen "super flüssigen Kurs" gesteckt, wie man es von ihm halt kennt. Im Zielraum sorgte Günter Kapsreiter als Moderator für gute Stimmung; zu der trug auch das Meringer Original Acky Resch mit seinem Imbissstand bei.
"Wir sind mit dem Ablauf der Veranstaltung sehr zufrieden", tat Johannes Kraus kund, "dass der Nebel uns einen Streich gespielt hat, dafür können wir nun mal nichts." Der 26-Jährige dankte ausdrücklich den beiden Aichacher Vereinen (Skiclub, Grubetfreunde) und dem Skiclub Pöttmes für deren Unterstützung. "Dadurch werden wir diese Meisterschaft als Erfolg in Erinnerung behalten", urteilt Kraus.
Beim Telemark-Wettbewerb setzte sich unter vier Startern Matthias Oberhauser (Grubetfreunde) durch. Marcel Hieber (SC Pöttmes) fiel der Titelgewinn mit dem Snowbaord nicht schwer; er war der einzige Starter in dieser Disziplin.
In der Vereinswertung behaupteten sich die Grubetfreunde (283 Punkte) vor dem SC Mering (276), dem SC Aichach (152) und dem SC Pöttmes (123). Grubetfreunde gewinnen Vereinswertung

Von Heribert Oberhauser
Kreismeister_Alpin


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Veröffentlicht am 26.02.2018 10:44 Uhr




 

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