Reitsport    

Zum Wohl der Pferde - Stechen des S-Springens auf Gut Sedlbrunn fällt aus

Sedlbrunn - Ausgerechnet beim Höhepunkt des Osterturniers auf Gut Sedlbrunn war das Wetter am garstigsten. Windböen peitschten am Montagnachmittag während des S-Springens* den Regen über den Sandparcours. Bei den letzten drei der 27 Paare wurde es ganz schlimm für Ross und Reiter. Der Neuseeländer Richard Gardner und Desperado stürzten vor der dreifachen Kombination. Daraufhin kam das Schiedsgericht in Absprache mit den Veranstaltern Hans und Sophie Schuster sowie den sechs Reitern, die sich mit Nullfehlerritten fürs Stechen qualifiziert hatten, zu dem Entschluss, auf das Stechen zu verzichten und stattdessen das makellose Sextett gemeinsam auf Platz eins zu setzen. Die Ränge sieben bis neun (für ein Drittel der Teilnehmer gibt es Preisgeld) belegten die Schnellsten mit vier Fehlerpunkten.

roth-katharina

"Das war eine Entscheidung zum Wohl der Pferde", meinte Zeitnehmer Siegfried Grabmayer (Weichering). Auch Helmut Fraatz, der mit seiner Mannschaft an den drei Turniertagen die Parcours aufgebaut hatte, hielt es für angebracht, das Stechen zu streichen. "Am wichtigsten ist es, dass die Pferde nicht leiden", sagte der Nürnberger.
Angesichts der düsteren Prognosen der Meteorologen habe man "super Glück" gehabt, fand Gutsherr Hans Schuster, "am Samstag und Sonntag hatten wir gutes Wetter, und auch am Montag ist es eine Zeit lang angenehm gewesen." Auch Schusters älteste Tochter Sophie, 22, konnte mit der Witterung leben. Das Sandgeviert gleich beim Gut habe bei dieser Gelegenheit wieder mal zeigen können, in welch ausgezeichneter Verfassung es ist, auch der Grasplatz fünfhundert Meter weiter nordwestlich habe sich in einem hervorragenden Zustand vorgestellt, urteilte Sophie Schuster, die den Gutsbetrieb inzwischen von ihren Eltern übernommen hat.
Auf dem Hauptplatz hatte Helmut Fraatz für das S-Springen mit einem Stern (national sind drei Sterne der höchste Schwierigkeitsgrad, international vier) elf Hindernisse (bis zu 1,40 Meter hoch und 1,50 Meter tief) mit 14 Sprüngen aufgebaut. Da die Regenfälle dem Boden nichts anhaben konnten, verkürzte die Turnierleitung die erlaubte Zeit für einen Umlauf von 81 auf 78 Sekunden. Werner Ehinger auf Ayscha, Nico Fackler auf Cecker, Luisa Förstelring auf Eric B, Daniel Gantner auf Arusha, Dominik Hieber auf Cortina d'Ampezzo und Lilian Sailer auf Covergirl kamen unbeschadet über Steilsprung, Oxer, Doppelrick und dreifache Kombination.
Da ihr Toppferd Resina, 11, an einer entzündeten Sehne laboriert und deshalb vier Wochen nur Schritt gehen darf, musste Sophie Schuster schweren Herzens auf einen Start beim S-Springen verzichten. Von den sieben Wettbewerben, in denen die Europameisterin von 2010 mit der deutschen Pony-Mannschaft antrat, bestritt sie vier außer Konkurrenz, da sie aufgrund ihrer Qualifikation nur in den Leistungsklassen L, M und S reiten darf. Mit Lady Gaga legte Sophie Schuster im A-Springen zwei Nullfehlerritte hin, außerdem sattelte sie Ey Scottie.
Johannes Schuster erging es wie seiner älteren Schwester. Auch er musste fürs S-Springen passen; sein Stammpferd Nemo braucht ob kleiner Blessuren eine Pause. In zwei Wochen beim hochkarätigen S**-Springen will der 19-Jährige aber unbedingt dabei sein. Mit Qantas Airways belegte er am Montag im M-Springen Rang fünf, auf Kassandra kam der angehende Maschinenbaustudent am Sonntag im A-Springen fehlerfrei über die Runde, allerdings außerhalb der Wertung.
Maria, Dritte im Bunde der Wettbewerbe reitenden Schuster-Kinder, war am Montag untröstlich. Im Stechen des L-Springens auf Gras war sie auf dem besten Weg zu einer Top-platzierung, als sie vor einem Steilsprung von Spotlieghts Rücken fiel. Immerhin hatte die 16-Jährige vom L-Springen am Sonntag schon die Plätze drei (auf Spotlieght) und sechs (auf Chutney) in ihrer persönlichen Bilanz stehen.
Nachdem Hans Schuster im Vorbericht in der Donnerstagsausgabe kundgetan hatte, ihm fehle für seine Turniere jegliche Unterstützung durch die Gemeinde und den Landkreis, hat sich Wolfgang Müller zu Wort gemeldet. Schusters Veranstaltungen seien aus dem Budget des Landrats sehr wohl gefördert worden, sagte der Pressesprecher des Landratsamts, 2014 mit 750, 2015 mit 500 Euro. Und für die Jahre 2016 und 2017 habe Schuster nichts mehr beantragt. Für Schuster freilich sind solche Beträge bei der Größe der Reitsport-Events auf Gut Sedlbrunn nur "Almosen"; deshalb habe er 2016 und 2017 auch nicht mehr um finanziellen Beistand nachgesucht. Die Parcours sind in einer Topverfassung Maria Schuster stürzt auf dem Weg zu einer Spitzenplatzierung

Von Heribert Oberhauser


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 18.04.2017 08:59 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief