Handball    

TSV-Handballer sind heiß auf ein Erfolgserlebnis

Aichach - Aufstieg ade! Seit vergangenem Sonntag können sich die Aichacher Handballer die Rückkehr in die Landesliga endgültig abschminken. "Jetzt geht es für uns nur noch um Platz drei", stellte Trainer Manfred Szierbeck nach der 27:28-Niederlage bei Niederraunau 2 klar. In diesem inoffiziellen Wettbewerb bahnt sich ein kleines Finale an. Am letzten Spieltag (24. März) laufen die Aichacher (3./26:10 Punkte) in der Anton-Bezler-Halle dem TSV Göggingen (4./25:13) über den Weg. Heute (19.15 Uhr) müssen die Rot-Weißen in eigener Halle erst einmal gegen Aufsteiger VSC Donauwörth bestehen.

dachser

Sowohl in Krumbach als auch eine Woche zuvor in Friedberg hat der TSV den ersten Durchgang in den Sand gesetzt. "Unpassende Einstellung", warf Szierbeck seiner Truppe jeweils vor. Bei der "Dritten" des Bayernligisten konnte sie das Blatt noch wenden. Dort war der Rückstand (12:14) aber auch noch erträglich. Im Westschwäbischen lag der TSV mit sechs Toren hinten (13:19) nach einer "noch schlechteren Leistung" als in Friedberg, wie Szierbeck anmerkte. Diesmal war die Angelegenheit nicht mehr umzubiegen. Den Trainer wunderte das nicht: "Schon beim Aufwärmen hat die Spannung gefehlt; als die dann endlich vorhanden war, war's zu spät." Bei der Versammlung am Donnerstag hätten die Spieler eingeräumt, den Gegner schlichtweg unterschätzt zu haben.
Das wird ihnen heute nicht noch einmal passieren, haben sie Szierbeck zumindest wissen lassen. "Nachdem sie diesen Bock geschossen haben, sind alle heiß auf ein positives Ergebnis", hat der Vorarbeiter zu hören bekommen. Abgesehen davon, sinniert Szierbeck, gebe es keinen Grund, die Partie gegen den Vorletzten (6:30) vorschnell auf der Habenseite abzuhaken. "Für Donauwörth ist es so ziemlich die letzte Chance, dem Abstieg noch zu entgehen", betont Szierbeck und verweist auf das Spiel der Hinrunde, als die Aichacher beim 31:24 durchaus Probleme gehabt hätten. "Mit ihrer schleppenden Spielweise und ihrer 3:3-Abwehr mit Manndeckung gegen Felix Schilberth sind wir eine Zeit lang nicht zurechtgekommen", haftet Szierbeck jener 4. November 2017 noch im Gedächtnis.
In Donauwörth ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht mehr allzu groß. "Für uns reicht es in der BOL einfach nicht", muss Gerhard Bachmann einsehen. Der 78-Jährige ist seit einem halben Jahrhundert eng mit dem Handball im Vereinigten Sportclub verbunden. Bachmann kennt auch die Gründe des Scheiterns: "Wir haben drei Leistungsträger verloren, das war nicht zu kompensieren. Heiko Seel-Mayer und Michael Heidecker spielen jetzt mit der Günzburger A-Jugend in der Bundesliga, Spielmacher Severin Lechner ist des Berufs wegen nach Norddeutschland gezogen."
Das Aichacher Aufgebot ist für heute ziemlich ausgedünnt. Denn aus der A-Jugend (spielt um 18 Uhr zeitgleich in Königsbrunn) und aus der "Zweiten" (am Abend in Ichenhausen) gibt es keine Anleihen. Außerdem fehlt Timo Stubner berufsbedingt, und Stefan Breitsameters Mitwirken ist wegen eines geschwollenen Knies fraglich.
Anders als auf die Männer, wartet auf die Frauen des TSV als Vorletzter der Landesliga Süd (8:28 Punkte) im Vorspiel (Anwurf 17.15 Uhr) gegen den Tabellenfünften SV Laim (21:15) eine nur schwer zu lösende Aufgabe. Im Hinspiel an der Riegerhofstraße schlitterte die Mannschaft im Dezember in ein 17:41-Debakel. "Viel zu viele technische Fehler" seien seiner Mannschaft damals unterlaufen, erinnert sich Trainer Martin Fischer. Vor Wochenfrist mussten die Aichacherinnen eine Niederlage ähnlich schlimmen Ausmaßes quittieren: Der Vierte TSV Simbach fertigte sie 20:41 ab. Trotz dieser Abreibung sei sein Team aber schon wieder "guten Mutes", bekundete Fischer, "für uns wird's immer wieder mal Rückschläge geben". Beim Abschlusstraining am Donnerstag war der Kader bis auf Bettina Bölk (lädierte Bänder) vollzählig. Nach langwieriger Bänderverletzung war auch Torhüterin Nadja Amalou wieder dabei. Es sei wichtig, dass Stammkeeperin Silke Arnold entlastet werde, findet der Trainer. Von den A-Jugendlichen wird er Ramona Bscheider ins Aufgebot holen.
Um sich für die Abfuhr im Niederbayerischen zu rehabilitieren, müsse seine Mannschaft vor allem in der Defensive aggressiver agieren, fordert Martin Fischer. "Wir müssen unbedingt schauen, dass wir in die Zweikämpfe kommen." Gelingt dies, dürfe der Gastgeber auf eine Partie hoffen, in der er nicht frühzeitig abgeschlagen ist. Darauf hatte der Coach freilich auch in Simbach vergeblich spekuliert. TSV-Frauen fürs Spiel gegen Laim wieder guten Mutes

Von Heribert Oberhauser


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 03.03.2018 13:34 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief