Handball    

20 starke Minuten reichen Aichachs Handballerinnen nicht

Aichach - Kurz vor der Pause schien die zwölfte Niederlage im 13. Spiel für die Aichacher Handballerinnen schon besiegelt bei einem 7:13-Rückstand. Aber dann kam die Mannschaft von Trainer Martin Fischer in eigener Halle zum Vorrundenfinale der Landesliga Süd gegen die SG Biessenhofen-Marktoberdorf mit Wiederbeginn auf wunderbare Weise zurück, ging sogar zwei Mal in Führung (17:16, 18:17). Am Ende hat's aber wieder mal nicht gereicht. So blieb Martin Fischer nach dem 21:24 (8:13) nur die Erkenntnis, dass "wir mithalten können in dieser Liga".

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"Die zwanzig Minuten nach der Halbzeit waren super", urteilte Tini Wonnenberg. "In dieser Phase haben wir eine sehr gute Abwehr gespielt", ergänzte der Trainer seine routinierteste Spielerin. Amelie Zeiler, die erfolgreichste Werferin des Nachmittags (acht Tore), wiederum rätselte, wie ihre Mannschaft zwischendurch derart einbrechen konnte. "Vielleicht lag's daran, dass bei uns zwei Leistungsträgerinnen gefehlt haben", orakelte die 26-Jährige, die sich auch durch die Unparteiischen Uwe Bastian und Wolfgang Huber benachteiligt sah. Die verhängten fünf Zeitstrafen gegen die SG und eine gegen den TSV.
Letztlich kostete die Aufholjagd die Aichacher indes zu viel Kraft. Als es in der Endphase darum ging, den wieder stärker werdenden Ostallgäuerinnen weiter Paroli zu bieten, war bei den meisten der Akku leer. "Da haben wir dann wieder zu viele Fehler gemacht", registrierte Wonnenberg, die die kompletten 60 Minuten auf dem Feld stand. Martin Fischer hoffte vergeblich, das Momentum würde ausreichen für den zweiten Saisonsieg (nach dem 28:21 gegen Schleißheim). "Wir hätten eine zweite Luft gebraucht, aber die haben wir nicht mehr gehabt."
Mit Fortuna waren die Aichacherinnen auch nicht unbedingt per du. Nicht weniger als sieben Mal klatschten ihre Würfe an die schwarz-weiße Umrandung des Gehäuses. Ehe das 0:1 fiel (3.), hatten Wonnenberg und Iva Vlahinic schon Latte und Pfosten getroffen.
In den ersten zehn Minuten war bei den Gastgebern noch alles im Lot (4:3). Aber dann gelang ihnen zwölf Minuten kein Tor mehr. Besonders schmerzhaft waren zwei Gegentreffer in Überzahl nach der Zeitstrafe für Linda Zeiler (13.), Amelies jüngerer Schwester. Bei den Rothemden ging von der achten bis zur 20. Minute so ziemlich alles schief, was schiefgehen konnte. Jeder vom eigenen Kreis weit nach vorne geworfene Ball wurde Beute des Gegners. "Damit haben wir dann irgendwann aufgehört", sagte Tini Wonnenberg. "Das war im Angriff zu wenig, wir hatten überhaupt keine Durchschlagskraft", analysierte Martin Fischer. Mit Lina Schrempels 5:9 (20.) sandte das Schlusslicht dann doch wieder ein Lebenszeichen. Und das 8:13 durch Johanna Fackler mit der Schlusssirene des ersten Abschnitts war so etwas wie ein Signal, es nach dem Seitenwechsel noch einmal mit aller Macht zu versuchen.
Auf dem Weg zurück ins Geschehen bekam die Mannschaft prächtige Unterstützung durch Silke Arnold. Die Torfrau steigerte sich beträchtlich und entschärfte mehrere schwere Bälle, etwa einen Siebenmeter von Johanna Schmoldt beim Stand von 11:15. Im Feld sorgten vor allem Johanna Fackler, Annabel Weiß und Verena Merker dafür, dass der Aufsteiger auf einmal wieder im Geschäft war. Das dürftige Überzahl jedoch vermochten sie nie abzustreifen, die nächste "Kostprobe" gab's bei 14:16.
Egal, nach zwei verwandelten Strafwürfen von Wonnenberg und Fackler stand's 16:16. Es lief bei den Aichacherinnen. Deren Bank war jetzt geradezu euphorisiert. Bei Ramona Bscheiders 17:16 geriet die Halle schier aus dem Häuschen. David Schmoldt, der Trainer des Tabellenneunten, nahm eine Auszeit, um seine Auswahl wieder auf Kurs zu bringen. Aber das dauerte. Noch gehörte die Gunst des Augenblicks den Paarstädtern. Erst in der 53. Minute kippte die Auseinandersetzung wieder zugunsten der SG, die in der vergangenen Saison respektabler Vierter geworden war. Nach Amelie Zeilers 19:20 spielte erneut der Pfosten dem Aufsteiger einen Streich, diesmal war Ramona Bescheider die Leidtragende. "Uns hat schon auch das Quäntchen Glück gefehlt", haderte Martin Fischer. Biessenhofen-Marktoberdorf zog auf 24:19 davon. Dass Ramona Bscheider in der Schlussminute noch zwei blitzsaubere Tore von der Linksaußenposition gelangen, war nur noch für die Statistik.
Mit dem Heimspiel gegen die Gröbenzeller "Zweite" (8./12:14) beginnt am kommenden Samstag (17.15 Uhr) die Rückrunde. Trainer Fischer lässt trotz der frustrierenden Bilanz von 2:24 Punkten den Mut nicht sinken. "Wir werden nicht aufgeben und es wieder versuchen. Irgendwann werden wir bestimmt auch belohnt."
TSV Aichach: Arnold; Kronthaler (3/1 Siebenmeter), Weiß (2), Merker (2), Wonnenberg (2/2), Fackler (5/1), Schrempel (1), Ramona Bscheider (3), Bölk, Marleen Bscheider, Vlahinic (2), Storr, Leis (1).
Schiedsrichter: Bastian/Huber (Germering/Taufkirchen). - Zuschauer. 60. - Siebenmeter: 5/4:2/1. - Zeitstrafen: 1:5. Überzahlspiel liegt im Argen

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 09.01.2018 00:46 Uhr




 

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