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BCA: Nach Hiemer soll finito sein

Aichach – Bei der Transferpolitik von BCA-Präsident Volker Weingartner muss man in diesen Tagen aufpassen, nicht den Überblick zu verlieren. Die Tinte des Kontrakts mit Marco Krammel, 15. Neuzugang des BC Aichach, war gerade getrocknet, da präsentierte Weingartner schon Novize Nummer 16: Manuel Hiemer. Der zuletzt vereinslose 26-Jährige ist, wenn man so will, die Krönung bei den Fischzügen des ehrgeizigen Präsidenten. Bis Ende 2010 stand Hiemer beim Zweitligisten Erzgebirge Aue unter Vertrag, für den er aber nur einmal in der zweiten Liga zum Einsatz kam: am 27. August 2010 beim 1:0 über Bochum.

<p>Nach Hiemer soll finito sein </p>

Der hiesigen Fußballszene ist Hiemer, der momentan in seiner Geburtsstadt Augsburg lebt, aus seinem Jahr (2005/06) beim TSV Aindling bekannt. Vom Schüsselhauser Kreuz wechselte er über den FC Ingolstadt zu Jahn Regensburg. Beim Jahn zählte Hiemer in der dritten Liga (08/09) zum Stamm (33 Einsätze). Auch für Aue brachte er es in der Drittklassigkeit noch auf 22 Spiele.

In den letzten zehn Tagen hat Weingartner ganze Arbeit geleistet und seine Ankündigung wahrgemacht, den Kader noch einmal merklich zu verstärken. Nach Stürmer Robert Rudnik (Cottbus 2), Mittelfeldmann Emin Ismaili (Gerolfing) und Verteidiger Krammel (Ingolstadt 2) nun also noch Mittelfeldallrounder Hiemer, der an den Flanken (wie meist in Aindling) und auf der Zehn eingesetzt werden kann.

Hiemer sei die „letzte Personalie“, die er „geplant“ habe, tat Weingartner gestern kund. Das muss bei dem Thierhauptener Unternehmer zwar nichts heißen (das Wechselfenster schließt erst am 31. August), aber jetzt scheint auch er an dem Punkt angelangt zu sein, an dem er überzeugt ist, seine Auswahl für den Angriff auf die Regionalliga bestens gerüstet zu haben. Die Qualifikation für die neue Bayernliga als Ziel kauft dem 41-Jährigen bei diesen Neuverpflichtungen mittlerweile keiner mehr ab..

Er habe den Kader jetzt mit einer so hohen Qualität aufgestellt, dass er in der Winterpause nichts mehr machen müsse, bedeutet Weingartner. Somit ist nun Trainer Ivan Konjevic am Zug.

Nach dem vierten Durchgang ist der BCA durch das 4:2 in Fürstenfeldbruck schon mal vom neunten auf den zweiten Platz vorgerückt. Der reichte am Saisonende, um in die doppelte Aufstiegsrunde zur Regionalliga (von zwölf Bewerbern bleiben drei übrig) einzuziehen.

Rang zwei sei (noch) nicht mehr als eine Momentaufnahme, sagt Weingartner. Er macht kein Hehl daraus, dass er noch nicht zufrieden ist. Das Spiel nach vorne sei in Bruck zwar „ordentlich“ gewesen, „obwohl wir nicht vier, sondern acht Tore hätten schießen müssen“, dafür liegt ihm die Defensive im Magen. Von Solidität sei die weit entfernt. „Wir sind hinten anfällig, lassen zu viele Torchancen zu“, moniert Weingartner. Er hoffe, dass Andreas Brysch endlich fit wird, auch Krammel werde der Abwehr mehr Stabilität verleihen. Innenverteidiger Alex Konjevic braucht dringend eine Auszeit. Der Cousin des Trainers beißt seit Wochen angeschlagen auf die Zähne.

Trotz aller Kritik findet es Weingartner in diesen Tagen „schön, auf die Tabelle zu schauen“. Aber der Ballspiel-Club müsse erst bestätigen, zu Recht vorne zu stehen. „Wir hatten bisher nicht das schwierigste Programm“, stellt der Frontmann klar. Eching und Bruck, die der BCA bezwungen hat, rechnet er eher den hinteren Tabellengefilden zu. Da werde Wolfratshausen (7./zwei Siege aus drei Spielen) am Samstag (17 Uhr) ein ganz anderer Prüfstein sein.

Von Heribert Oberhauser

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Veröffentlicht am 05.08.2011 20:03 Uhr




 

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