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Also doch ein Winterwechsel: Artes löst Suszko beim TSV Pöttmes ab

Pöttmes - Wenn sich ein Verein von einem Trainer trennt, tritt mancherorts derart viel schmutzige Wäsche zutage, dass man einen gesamten Waschsalon bräuchte, um ihr Herr zu werden. Nicht so beim TSV Pöttmes. Dessen Abteilungsleiter Granit Gabrica und der scheidende Spielertrainer Mariusz Suszko tauschen untereinander beinahe so viele Komplimente aus wie Donald Trump mit sich selbst auf

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Suszko hatte den Verein bereits informiert, sein Engagement nicht über das Saisonende hinweg fortzusetzen. Nach dann insgesamt eineinhalb Spielzeiten wollte er weiterziehen, weil seine Vorstellungen über die Zukunft des Kreisligisten von denen der Vereinsführung abwichen. Auch beklagt er den dünnen Kader und einen fehlenden Co-Trainer. Dass der TSV und der Übungsleiter noch vor der Frühjahrsrunde auseinandergehen könnten, waberte bereits seit einigen Tagen durch die Fußballregion. Der jetzige Vollzug hängt eng mit Suszkos Nachfolger zusammen: Affings Torhüter Roman Artes.
Artes hatte sich am zweiten Spieltag der Bezirksligasaison eine Schulterverletzung zugezogen. Es ist noch immer nicht absehbar, wann der Schlussmann wieder auflaufen kann. Pöttmes bietet Artes die Chance, ins Trainergeschäft einzusteigen, statt verletzt beim FCA auf der Bank zu sitzen. Das ist gleichzeitig das Argument für Affing, den 30-Jährigen ziehen zu lassen. "Wäre die Verletzung nicht, wären wir nicht gesprächsbereit", stellt Abteilungsleiter Markus Berchtenbreiter klar. Man wolle "dem tadellosen Sportsmann" Artes diese Möglichkeit geben, "auch wenn wir ihn gerne im Verein gehalten hätten".
Für Pöttmes galt es also, diese günstige Gelegenheit zu nutzen, um Artes, der bislang zwei Spielzeiten lang als Assistenztrainer von Eduard Keil in Gersthofen Erfahrung sammelte, zu verpflichten. Keil ist mittlerweile Spieler in Pöttmes, sein einstiger Schüler wird also sein Coach. Allerdings nicht sein Spielertrainer. Das sei, Stand jetzt, nicht vorgesehen, teilt Gabrica mit.
Der Abteilungsleiter betont gleichzeitig, dass Suszko, der in dieser Saison sieben Tore schoss und genauso viele Assists lieferte, dem Tabellenachten auf dem Platz "extrem, extrem fehlen" wird. Ebenso als Typ, der sich laut Gabrica "krass im Verein integriert hat". Der vom Stammtisch bis zum Nachwuchsspieler mit jedem gut ausgekommen sei. Doch beim Kreisligisten zu bleiben, kam für Suszko nicht in Frage, auch wenn er sich in Pöttmes, das merkt er mehrfach an, wohlgefühlt hat.
"Aber es passt nicht, wenn ein neuer Trainer kommt und den alten Trainer als normalen Spieler in der Mannschaft hat", begründet er. Als reiner Spieler schwebt ihm außerdem ein Engagement bei einem höherklassig kickenden Verein vor, auch einen Posten als spielender Co-Trainer könne sich der 31-Jährige vorstellen. Einige Klubs hätten sich bereits bei ihm erkundigt, verrät der ablösefreie Suszko.
Den Schritt des TSV nennt er legitim, er findet gut, dass Artes nun ein halbes Jahr Zeit hat, die Mannschaft aufgrund der Platzierung "relativ stressfrei" kennenzulernen. Zumal die Mannschaft unter ihrem künftigen Trainer möglicherweise motivierter sei, als unter ihrem scheidenden. Seinen Nachfolger kenne er, sagt Suszko, als "sympathischen Typen", dem er einen Co-Trainer und eine höhere Trainingsbeteiligung wünscht. Und dem er "gerne hilft, sich in Pöttmes zurechtzufinden".

Von David Libossek


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Veröffentlicht am 12.12.2018 15:42 Uhr




 

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