Fußball    

Ecknach gewinnt zähes Ringen mit Adelzhausen

Ecknach - Als Michael Eibel den Ball in der siebenminütigen Nachspielzeit über die Linie drückte, gab es kein Halten mehr. Eine Horde junger Männer sprang von der Ecknacher Bank auf und rannte los; lautstark, beide Arme nach oben gestreckt und die Hände zu Fäusten geballt. Denn das 2:0 für den VfL entschied das Derby gegen den BC Adelzhausen. Vorausgegangen war ein zähes Spiel mit wenigen Strafraumszenen, dafür aber mit einer Menge Emotionen in der Schlussphase.

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Die beiden größten Kuriositäten der ersten Halbzeit ereigneten sich binnen 60 Sekunden. Stefan Hoerl grätschte zunächst derart vehement dazwischen, dass der Ball aufs Dach eines angrenzenden Firmengebäudes flog. Von dort aus rollte er zurück, prallte auf der Straße auf und sprang über den Zaun zurück auf den Platz. Derart magische Moment suchte man im Spiel selbst vergebens.
Die Kuriosität Nummer zwei: Adelzhausens Torgarantie Dominik Müller tauchte nach Zuspiel von Thomas Popfinger alleine vor VfL-Schlussmann Hannes Helfer auf. Klare Sache, dachten die 246 Zuseher. Doch Müller schob den Ball lasch in die aufnahmebereiten Arme des Torhüters (21.).
Ansonsten gab es in Ecknach wenig Fußball, dafür viele technische und zahllose Abspiel-Fehler zu bestaunen, nur überboten durch die Anzahl kleiner Fouls. Ganz vielleicht hätte die Partie einen anderen Verlauf genommen, hätte Helfers Gegenüber Michael Fottner nicht nach drei Minuten mit flinker Fußabwehr gegen den frei vor ihm aufkreuzenden Eibel geklärt. Der Adelzhausener Torhüter hatte auch in der Szene, die zum Ecknacher Führungstor führte, den linken Fuß dran. Allerdings lenkte er die scharfe Hereingabe von Manfred Glas genau zu Moritz Piller, der kurz verzögerte und den auf die Linie geeilten Linksverteidiger Jakob Braun überwand (31.).
Im zweiten Durchgang merkte man den Gästen deutlicher an, um wie viel es für sie in diesem Derby eigentlich ging. "Ein bissel laut" sei es Spielertrainer Peter Eggle zufolge in der Kabine geworden. Stefan Asam gehörte nach 47 Minuten der erste Abschluss - drüber aus 16 Metern. Der BCA versuchte nun, schneller das Mittelfeld zu überbrücken und mehr Spieler mit nach vorne zu ziehen. Der VfL wartete hingegen auf Konter. Nach einer Stunde bekam er seinen ersehnten Gegenstoß: Christoph Jung verlängerte auf Eibel, der 40 Meter alleine mit dem Ball am Fuß zurücklegte, an seinem Ziel angekommen aufs rechte Toreck schlenzte, aber nur den Pfosten traf.
So blieb Adelzhausen in der Partie, ackernd angeführt von Müller, den in der 70. Minute ein Pass von Patrick Schuch erreichte. Der Stürmer scheiterte aber aus halbrechter Position an Helfers guter Fußabwehr.
Dann brach in der bis dato fairen Begegnung Hektik aus. Adelzhausens Asam (79.) und Ecknachs Glas (83.) sahen kurz nacheinander gelb-rote Karten, weil sie Entscheidungen von Schiedsrichter Tim Lehmeier kommentiert hatten. Eibel hätte fünf Minuten vor dem Ende für Ruhe sorgen können, sein Abschluss flog jedoch übers Tor. So blieb die Lage angespannt. Ecknachs Co-Trainer Jan Plesner wurde vom Schiedsrichter ans Sportheim geschickt. Was wiederum die Adelzhausener erregte, weil Plesner den Weg quer über den Platz wählte.
Doch mehr als Emotionen kam von den Gästen nicht mehr. "Insgesamt war es zu wenig, um in der Bezirksliga zu punkten", bilanzierte Eggle nach der aufreibenden Schlussphase, in der Eibel nach Querpass von Tobias Jusczak den Endstand hergestellt hatte und die Ecknacher Horde den Platz stürmte.
VfL Ecknach: Helfer - Elbl, Hoerl, Grimm, Glas - Piller (90.+1 Jusczak) , Zakari, Ettinger, Broo (66. L. Wagner) - Eibel - Jung (89. C. Wagner).
BC Adelzhausen: Fottner - Götz (66. Berglmeir), Klar, Grimmer, Braun - Lichtenstern, Popfinger (63. Eggle/76. Kügle), Asam, Schuch, Ettner - Müller.
Tore: 1:0 Piller (31.), 2:0 Eibel (90.+4). Gelb-Rote Karten: Asam (BCA/79.), Manfred Glas (VfL/83./beide Foulspiel und Meckern). - SR: Lehmeier (Rittersbach). - Zuschauer: 246.

Von David Libossek


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Veröffentlicht am 05.11.2018 10:00 Uhr




 

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