Fußball    

Endlich ein Punkt für den FCP

Pipinsried - Die Spieler lächelten, die Zuschauer verabschiedeten sie mit einem Schlussapplaus und auch Trainer und Manager des FC Pipinsried wirkten erleichtert, als die Partie gegen den 1. FC Nürnberg 2 endlich vorbei war. Der Grund: Dem bis dato punktlosen FCP war es gelungen, dem zuvor in vier Partien siegreichen Profinachwuchs ein Remis abzutrotzen. Mit ein bisschen mehr Glück - oder besserer Konzentration beim Abschluss - wäre sogar mehr möglich gewesen als ein 0:0.

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FCP-Kapitän Thomas Berger fasste die Gefühlslage des Teams nach dem Abpfiff zusammen: "Endlich ein Punkt!" Der Geisenfelder hatte maßgeblichen Anteil an diesem Glücksmoment, nicht nur wegen der gefühlten Halbmarathon-Distanz, die er während der Partie zurückgelegt hatte. Sondern auch, weil er in der Nachspielzeit dem durchgebrochenen Cedric Euschen zehn Meter vor Reichlmayrs Kasten das Leder vom einschussbereiten Fuß stibitzen konnte (90.+2).
Berger erntete dafür Beifallsstürme von den Rängen, wie zuvor schon Michael Denz, als er Issaka Mouhaman die Kugel abnahm und artistisch klärte (75.). Oder auch in der ersten Hälfte, als Marian Knecht drei Franken an der Seitenlinie düpierte, in die Mitte zog und Nürnbergs Schlussmann Nikola Vasilj zu einer Parade zwang (25.). Drei von vielen spektakulären Szenen, die die rund 300 Zuschauer bestens unterhielten und dabei vergessen ließen, dass sie eigentlich einem torlosen Match beiwohnten.
Die ersten 20 Minuten stand der FCP sehr hoch, griff den FCN schon in dessen Strafraum an. Doch die Jungspunde (Durchschnittsalter: 19,8 Jahre) blieben cool, ließen sich nicht zu Fehlern verleiten. Die erste große Doppel-Chance gehörte prompt ihnen: Mouhaman wollte sich einen Lupfer sechs Meter vor Reichlmayr erschleichen, doch der FCP-Keeper hatte aufgepasst. Zehn Sekunden später war der Tormann bei einem Heber Mouhamans an den Innenpfosten chancenlos - doch der Ball sprang mirakulöserweise wieder ins Feld (20.). Abgesehen von dem oben geschilderten Knecht-Solo kamen die Gelb-Blauen vor der Pause nicht zu gefährlichen Abschlüssen. Während auf der Gegenseite Philipp Harlass eine Ping-Pong-Situation im FCP-Strafraum mit einem Schuss beendete, der nur Zentimeter am Pfosten vorbeistrich (45.+1).
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild komplett. Die Hausherren dominierten nun eindeutig das Geschehen. Vielleicht, weil sie anfingen, an ihre Chance zu glauben. Rabihic zog aus rund 20 Metern ab und verpasste nur knapp (54.). Knecht rutschte haarscharf an einer Berger-Hereingabe vorbei (56.). Berger legte für Rabihic auf, der nur den Kasten um Zentimeter verfehlte (60.). Tosender Beifall im Stadion, erste Sprechchöre wurden laut.
Die Reaktionen des Publikums gaben den Pipinsriedern noch einmal dringend notwendige Luft, denn allmählich machte sich die bessere konditionelle Ausstattung der sieben Mal in der Woche trainierenden Franken bemerkbar. Nur Rabihic konnte noch einmal mit einem 20-Meter-Schuss für Gefahr sorgen (76.). Mit etwas Glück überstanden die Hürzeler-Schützlinge die letzten 20 Minuten.
FC Pipinsried: Reichlmayr - Kelmendi (34. Burkhard), Denz, Schuster - Berger, Basta, Zischler (87. Schmidt), Morou - Rabihic - Wargalla (65. Cekic), Knecht.
1. FC Nürnberg 2: Vasilj - Medic, Grimme, Kraulich - Schimmel, Mouhaman, Rhein, Harlass (46. Steczyk, 90. Schleimer), Nürnberger (69. Heinze)- Engelhardt, Euschen.
Schiedsrichter: Zacher (Nußdorf/Inn) - Zuschauer: 300 - Gelbe Karte: Schuster/Medic, Engelhardt.

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 10.08.2018 22:31 Uhr




 

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