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FCP: Klarer Sieg im Prestigederby

Dachau - "Der FC Pipinsried ist immer für eine Überraschung gut", meinte Manager Roman Plesche schon vor Anpfiff des Freundschaftskicks beim Bayernligisten TSV Dachau 1865. Dass die Partie relativ klar mit 3:0 (0:0) für seine Schützlinge enden würde, konnte er zu diesem Zeitpunkt bestenfalls ahnen. Der Kemptener verwies vorab auf den Spielberichtsbogen, auf dem Namen standen, die niemand erwartet hätte.

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Zum Beispiel den des Mittelfeldlenkers der vergangenen Saison, Kasim Rabihic, der dank einer Gastspiel-Erlaubnis mitwirkte. Prompt erzielte der Ex- oder Wiederprofi das 1:0 (51.), die anderen beiden Treffer steuerten die beiden Sturmspitzen Philipp Schmidt (61.) und Marian Knecht (88.) bei. Doch die eigentliche Überraschung war dieser Name: Lucas Morelatto da Cruz, ein 24-jähriger Brasilianer, der zuletzt für den portugiesischen Drittligisten CD Mafra tätig war. Der Mittelfeldmann aus Sao Paulo war einer der auffälligsten Akteure auf dem Feld, neben Rabihic, Amar Cekic, Thomas Berger und Philip Grahammer. Wobei man diese Reihe im Prinzip beliebig fortsetzen könnte, denn der FC Pipinsried 2018/19 verfügt über einige außergewöhnliche Kicker. Wenn auch noch nicht über ein eingespieltes Team - kein Wunder beim großen Stühlerücken der vergangenen Wochen.
Einen starken Eindruck hinterließ auch der zweite Tormann Sebastian Hollenzer, der in Dachau schon zum dritten Mal hintereinander ohne Gegentreffer blieb. Wenn auch mit etwas Glück. Denn schon nach zehn Minuten donnerte ihm 1865-Rechtsaußen Sebastian Brey die Kugel an die Unterkante seines Kasten. Überhaupt gehörte die Anfangsphase den Amperstädtern. Spielertrainer Fabian Hürzeler, der sich wegen einer Sehnenzerrung auf das Coachen beschränkte, machte dafür mangelnden Einsatz seiner Mannen verantwortlich. Sein Co-Trainer Marco Krammel kritisierte, dass die Elf die Vorgaben nicht umgesetzt hätte. 1865-Vordenker Marcel Richter befand: "Wir hatten Vorteile und hätten in Führung gehen können." Auch durch den früheren Pipinsrieder Nickoy Ricter, dem FCP-Rückkehrer Maximilian Zischler zehn Meter vor dem FCP-Gehäuse gerade noch das Leder vom Schlappen spitzelte (31.). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gelb-Blauen schon langsam die Kontrolle übernommen, Rabihic scheiterte mehrfach aus aussichtsreicher Position (16., 35.).
Auffällig vor der Pause: Wie selten die Gelb-Blauen ihre schnellen Leute einsetzten: Schmidt wartete vergeblich aus lange Bälle, Kevin Nsimba durfte nur zweimal auf der rechten Außenbahn nach vorne stürmen. Mit der Hereinnahme von Christoph Burkhardt, Markus Kammergruber, Oliver Wargalla und Fadhel Mouro (46.) änderte sich die Situation langsam. Die beiden Letztgenannten bereiteten Rabihics 1:0 vor (51.). Kammergruber bediente Schmidt mit einer präzisen Flanke (2:0, 61.). "Da haben wir schnell, einfach und erfolgreich gespielt", analysierte Plesche.
Die Dachauer wechselten ebenfalls munter, konnten aber - von Torjäger Christian Doll abgesehen - nur noch Nachwuchskräfte aufbieten. Marian Knecht machte kurz vor Schluss eiskalt den Deckel drauf (88.).
Hürzeler blieb vorsichtig: "Es wird noch eine Weile dauern, bis wir alles umsetzen können." Richter blieb gelassen: "Pipinsried ist immerhin ein Regionalligist." Als Prestige-Erfolg wollte keiner der beiden das Ergebnis werten.
Am heutigen Montagabend (Anstoß 18.30 Uhr) besucht der Dorfklub den Drittligisten SV Wehen-Wiesbaden in dessen Trainingslager in Bad Gögging. Am kommenden Freitag fährt um 15 Uhr ein Fanbus zum ersten Punktspiel nach Fürth, Tickets gibt es vor Ort. Anmeldung unter 0176/46129083 oder per E-Mail an fcpipinsried@gmx.de
TSV Dachau 1865: Mayer (46. Jakob) - Ettenberger (62. Peti), Lamotte (46. Höckendorff), Weiser (46. Mangasaros, 64. Zejnullahi), Vötter (73. Korang) - Weiss (64. Bytyqi) - Brey (46. Todorovic), Maric (46. Doll), Ricter
FC Pipinsried: Hollenzer - Nsimba (46. Mouro), Kelmendi, Achatz - Grahammer (46. Burkhard), Zischler - Cekic (46. Wargalla), Rabihic (70. Süß), Morellato (70. Sinani) - Schmidt (70. Knecht).
Tore: 0:1 Rabihic (51.), 0:2 Schmidt (61.), 0:3 Knecht (88.) - Schiedsrichter : Beretic (Friedberg).

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 28.10.2018 22:00 Uhr




 

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