Fußball    

Griesbeckerzell verliert Aufstiegsspiel

Herbertshofen - Nach der 1:3 (0:2)-Niederlage gestern Abend in Herbertshofen gegen den SC Altenmünster muss der SC Griesbeckerzell nun auf ein erfolgreiches Abschneiden des TSV Gersthofen und des TV Erkheim in der Landesliga-Relegation hoffen. Sollte den beiden schwäbischen Bezirksliga-Vizemeistern der Aufstieg glücken, dürfen die Zeller nächste Woche noch einmal ran (gegen Türk Spor Kempten). Es bleibt also noch eine kleine Chance, an die jedoch Trainer Metin Bas nicht mehr so recht glaubt. Für Altenmünster hingegen reicht es schon, wenn einer den Sprung in die Landesliga schafft, ansonsten müssen auch sie noch einmal spielen (gegen TSV Ziemetshausen).

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"Tagesform, Glück und Kleinigkeiten werden heute entscheidend sein", so Bas. Den Unterschied im ersten Abschnitt machte aber die individuelle Klasse des Altenmünsterers Dominik Osterhoff aus, der mit zwei blitzsauberen Distanzschüssen die Zusamtaler 2:0 in Front brachte. Sehenswert war sein erster Treffer, als sich der 25-Jährige nach einem Anspiel blitzschnell drehte und aus 18 Metern abzog und den etwas zu weit vor seinem Kasten postierten Florian Hering (12.) überraschte. Nichts ausrichten konnte der Zeller Keeper hingegen beim 2:0 (38.). Osterhoff traf zwar den Ball mit seinem linken Schlappen nicht richtig, aber die Kugel drehte sich nach außen weg und schlug aus 25 Metern unhaltbar ein. Ein Sonntagsschuss am Dienstagabend.
Der frühe Rückstand trug nicht dazu bei, dass der Vizemeister der Kreisliga Ost seine Nerven in Griff bekam. "Wir waren sehr nervös", so Bas, "Altenmünster hat in der ersten Hälfte den besseren Fußball gespielt." Wenn die Zeller gefährlich waren, dann aus der Distanz. Ein Aufsetzer von Kapitän Philipp Sturm auf dem regennassen Geläuf - zu Spielbeginn ging ein Gewitterschauer nieder - stellte SCA-Torhüter Kevin Abold vor Probleme (26.). Eine Großtat vollbrachte er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als er einen Freistoß von Simon Reiner knapp vor der Strafraumgrenze mit einer klasse Parade über den Querbalken lenkte (45.+1).
Alles oder nichts lautete die Parole des Sportclubs in der zweiten Hälfte. Bas stellte auf eine Dreierkette um, schob Scheifel in die Spitze. "Da haben wir auch mehr Druck gemacht", so der 35-jährige Friedberger. Rimon Shushe scheiterte gleich nach Wiederbeginn an Abold (47.), auf der Gegenseite verpasste Manfred Glenk die Entscheidung, als er nach Osterhoffs Querpass aus kurzer Distanz nur das Außennetz traf (56.).
Mit einem Mal war der SCG wieder im Spiel: Reiner hob einen Freistoß nahe der Außenlinie hoch in den Altenmünsterer Strafraum auf Tobias Wiesmüllers Schädel, dessen Vorlage Scheifel aus acht Metern einköpfte (65.). Doch die Zeller Bemühungen erhielten mit der roten Karte für Hering einen herben Dämpfer (75.). Außerhalb seines Strafraums konnte sich der Keeper gegen den eben ins Spiel gekommenen SCA-Spielertrainer Goran Boric nur mehr mit einer Notbremse behelfen (75.). "Es war trotzdem noch brutal eng, die Zeller haben alles gegeben", gestand Boric hinterher ein. Aber Griesbeckerzell fehlte kurz vor Schluss das Quäntchen Glück, als Scheifels Fallrückzieher vom Innenpfosten ins Feld zurücksprang (84.) - was für eine tolle Aktion des Ex-Aindlingers. In der Nachspielzeit machte der dann lange untergetauchte Osterhoff gegen Zells entblößte Abwehr mit dem 3:1 alles klar. Ob die Schwarz-Roten nach siebenjähriger Abstinenz ihr Bezirksliga-Comeback feiern dürfen, entscheidet sich dann am Sonntag.
SC Altenmünster: Abold - Lauter, Sebastian Kaifer, Scherer, Müller - Glenk (73. Boric), Herdin, Kahrimanovic, Marius Henkel (90. Mahmoud) - Osterhoff, Pecher (90.+3 Schuster).
SC Griesbeckerzell: Hering - Burger (76. Stefan Kopp), Huster (46. Chetschik), Sandru (33. Würzer), Reiner - Scheifel, Philipp Sturm - Shushe, Christoph Sturm, Wiesmüller - Schweizer.
Tore: 1:0 Osterhoff (12.), 2:0 Osterhoff (38.), 2:1 Scheifel (65.), 3:1 Osterhoff (90.+4) - SR: Krettek (Neuburg) - Zuschauer: 900 - Gelb: Glenk, Lauter, Scherer, Herdin/Schweizer, Reiner, Philipp Sturm - Rot: Hering (75.).

Von Herbert Walther
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Veröffentlicht am 18.09.2018 23:00 Uhr




 

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