Fußball    

Ecknach setzt wieder auf ein Spielertrainduo

Ecknach - "Ich denke, dass wir die optimale Lösung gefunden haben", sagt Jochen Selig. Der designierte Spielbetriebsvorsitzende des VfL Ecknach konnte nun Vollzug melden, was im Sommer die Nachfolge des scheidenden Spielertrainergespanns Florian Fischer und Mario Schmidt (beide zum TSV Gersthofen) betrifft. Der Bezirksligist setzt auch künftig auf ein Spielertrainduo: Daniel Framberger und Jan Plesner, beide noch beim Bayernligisten Schwaben Augsburg unter Vertrag, wechseln zur neuen Saison zum Aichacher Ortsteilklub.

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Anders als bei Fischer und Schmidt, die gleichberechtigt das Traineramt ausüben, gibt es künftig eine klare Hierarchie. Daniel Framberger, der fünf Jahre ältere Bruder des FCA-Bundesligaprofis Raphael (22), ist Cheftrainer, Plesner (29) sein spielender Assistent. Für die Lösung, wieder auf zwei Spielertrainer zu setzen, spielte auch die inzwischen fast vierjährige und sehr gute Erfahrung mit Fischer und Schmidt keine unwesentliche Rolle. Wobei Selig betonte, dass er - die Vorstandschaft hat ihn mit der Trainersuche beauftragt - in allen Richtungen Überlegungen angestellt habe. Auch die Namen von erfahrenen Trainern an der Seitenlinie (zum Beispiel Bobby Riedl) wurden in den gemeinsamen Runden erörtert. Selig, der (noch) kein offizielles Amt bekleidet, hat deshalb nicht nur den am Freitag scheidenden Fußballchef Johannes Erbe jederzeit auf dem Laufenden gehalten, sondern sich auch die Meinungen von Fischer und Schmidt eingeholt. "Sie haben einmal mehr ihre Loyalität zum VfL eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ihnen war schon wichtig, dass ihre gute Arbeit fortgesetzt wird", so Selig.
Fußballerisch, da ist sich nicht nur der 37-Jährige sicher, werden die Mittelfeldspieler Framberger und Plesner die Lücke schließen. "Wir haben Fischer und Schmidt eins zu eins ersetzen können", sagt Selig. Framberger spielt mehr den offensiven, Plesner den defensiven Part, bei Schwaben spielen beide gemeinsam auf der Sechs. "Wir verstehen uns auf dem Feld sehr gut, deshalb wollte ich Jan auch mit nach Ecknach nehmen", sagt Framberger. Dass beide höherklassig spielten - Framberger brachte es beim FC Augsburg am letzten Zweitliga-Spieltag der Saison 2009/10 zu einem Kurzeinsatz am Kaiserslauterner Betzenberg - sowie eine gute, fußballerische Ausbildung genossen haben, war ein wichtiger Punkt in Seligs Anforderungsprofil. Als E-Jugendlicher wechselte Framberger von Ay-stetten zum FCA, bei dem er alle Juniorenmannschaften durchschritt. Plesner erlernte beim FC Königsbrunn das Fußballspielen, der seinerzeit für seine gute Jugendarbeit bekannt war.
Dass es im Gegensatz zu seinem Bruder Raphael (er verletzte sich am Montag in Dortmund schwer am Sprunggelenk und wird in den nächsten Tagen operiert) nicht zu einer Profikarriere reichte, nahm Daniel Framberger nicht allzu tragisch. "Für ganz oben hat es halt nicht gereicht", sagt der 27-Jährige, der inzwischen als Erzieher im Kinderzentrum in Augsburg-Oberhausen arbeitet.
Framberger betritt als Spielertrainer keineswegs Neuland. In der Saison 2015/16 war er in dieser Funktion (zusammen mit Alexander Bartl) beim gerade in die Landesliga aufgestiegenen Kissinger SC tätig, wobei er wegen eines Kreuzbandrisses aus der Vorsaison erst in der Frühjahrsrunde auf den Platz zurückkehren konnte. Konkrete Pläne, wie seine fußballerische Zukunft über den Sommer hinaus aussehen könnte, hatte sich Framberger bis vor kurzem noch nicht gemacht, ehe der "überraschende Anruf" (Framberger) vom VfL kam. "Bis dato hatte ich keine Berührungspunkte mit Ecknach", erzählt der Augsburger, aber nach einem intensiven Austausch mit Selig wurde man sich schnell einig, wie einige Tage später auch mit Plesner. "Es hat auf Anhieb gepasst", so Framberger.
Den VfL in der Bezirksliga etablieren lautet die gemeinsame Zielsetzung von Klub und den künftigen Spielertrainern. Gleichzeitig sollen weiterhin junge Spieler aus der Kreisliga-A-Jugend in die erste Mannschaft integriert werden, wie es in dieser Spielzeit schon ein Quintett (Lasnig, Egen, Zakari, Jusczak, Elbl) geschafft hat. "Auch in diesem Sommer kommt wieder ein Schwung junger Spieler aus der Jugend", blickt Selig zuversichtlich in die Zukunft. Framberger spielte schon auf dem Beztenberg

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 20.06.2018 00:00 Uhr




 

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