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TSV Aindling: Letzter Sieg ist über zwei Monate her

Aindling - Für den letzten Aindlinger Sieg in der Landesliga Südwest reicht ein Kurzzeitgedächtnis nicht mehr aus. Seit mehr als zwei Monaten hat der TSV nicht mehr gewonnen; am 8. September gab's ein 4:1 gegen den SV Raisting, den Leidensgenossen im tiefen Süden des Klassements. Die Rot-Weißen waren nach diesem bisher einzigen Heimsieg Vorletzter wie jetzt auch. Markanter Unterschied: Zum rettenden 13. Tabellenplatz ist der Rückstand von einem auf zehn Punkte angewachsen. Fürs Erste gehe es nur darum, Rang 17 und damit den direkten Abstieg zu vermeiden, sagt Trainer Thomas Wiesmüller vor der Heimpartie am Sonntag (15 Uhr) gegen die SpVgg Kaufbeuren.

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Seit acht Spielen (drei Unentschieden, fünf Niederlagen) wartet Aindling unter Wiesmüller inzwischen auf einen Sieg. Er unternehme alles, damit diese Negativserie ihn mental nicht allzu sehr belastet, sagt der 31-Jährige. Seine Erfahrung lehre ihn, in so einem Fall nie nach hinten, sondern immer nur nach vorne zu schauen, und zwar von Spiel zu Spiel. Angesichts dessen habe sich an der Situation im Vergleich zu den vorausgegangenen Begegnungen auch nichts geändert. "Wir müssen punkten, das steht über allem", sagt der Maschinenbau-Ingenieur.
Der gefrustete Spielbetriebsvorsitzende Josef Kigle hatte Wiesmüller (und dessen Vorgänger Roland Bahl) nach dem tristen 1:3 in Mering mit den Worten "Was soll da ein Trainer noch machen?" aus der Schusslinie genommen. "Es ist gut zu wissen, dass Verantwortliche zu mir stehen", bekundete Wiesmüller die Einlassung seines unmittelbaren Vorgesetzten im Verein. Er sei allerdings nicht der Typ, der einen "Handaufleger" brauche. "So lange ich das Kommando habe, will ich gewinnen", stellte er klar.
In Kaufbeuren hat der TSV am 22. Juli den ersten Saisonsieg errungen - es waren die einzigen Punkte unter Bahl, der nach sieben Durchgängen gehen musste. Für die Ostallgäuer, die sich im zweiten Jahr unter Trainer Christian Möller als Siebter (29 Punkte) in der oberen Tabellenhälfte etabliert haben, wiederum war es die einzige Niederlage in den ersten acht Begegnungen; und warum sie damals bei großer Hitze verloren haben, wissen sie bis heute noch nicht. Die SpVgg hatte hochkarätige Chancen zuhauf, aber nur Aindling erzielte ein Tor, und das in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch den eingewechselten Moritz Buchhart.
Aindlings Defensive (40 Gegentore) wackelt heute noch genauso - oder wieder so nach einer kurzen Besserungsphase -, während die Kaufbeurer Abwehr mit 18 Gegentoren die zweitbeste der Liga stellt nach Spitzenreiter Nördlingen (15). Die Defensive der Blauhemden zu knacken werde eine anspruchsvolle Aufgabe. macht sich Wiesmüller nichts vor. Andererseits stehe über allem eine solide eigene Abwehr.
Gegenüber dem Gastspiel in Mering kehrt Christian Wink in den Kader zurück. Die Zwei-Spiele-Sperre des Ex-Neusässers ist abgelaufen. Lukas Wiedholz (Bauchmuskelzerrung) habe zwar schon etwas intensiver trainiert, an einen Einsatz des Inchnenhofeners sei gleichwohl nicht zu denken. Für den Rest des Jahres passen muss David Englisch. Um das Knochenödem im Sprunggelenk in den Griff zu kriegen, hat ihm der Doktor Medikamente verschrieben. Mit Daniel Ritzer (Kreuzbandriss und Meniskusschaden) kann der TSV erst wieder in der nächsten Saison rechnen.
Dagegen steht das Comeback von Patrick Modes, der sich Anfang August nach dem Gilching-Spiel im Training das Syndesmoseband gerissen hat, unmittelbar bevor. Schon in Mering gehörte der etatmäßige Kapitän wieder zum Kader - jedoch eher als "Motivator", sagt Wiesmüller. Modes habe unter der Woche "voll trainiert". Der Trainer weiß nur noch nicht, ob er den wertvollsten Aindlinger Fußballer gleich in die Anfangsformation stecken soll. Aber eines sei sicher: "Modes wird seine Einsatzminuten bekommen." Und das in einer zentralen Position. Wer weiß, vielleicht nimmt die Aindlinger Durststrecke mit der Rückkehr des 24-Jährigen ein Ende.

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 11.11.2017 12:27 Uhr




 

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